Halloween – nur ein Ami-Fest?

Halloween (Foto: Bernd Kasper/pixelio.de)
 
Herbst (Foto: Annamartha/pixelio.de)
 
Löwenzahn im goldenen Licht (Foto: Albrecht E. Arnold/pixelio.de)
Halloween ist ein Modefest. Es ist aus den USA herübergeschwappt und mit Begeisterung aufgenommen wie auch die Coca-Cola und McDonalds-Kost. Was steckt aber hinter diesem Fest und was hat es mit einem Heilpraktiker-Blog zu tun?

Wenn man das Wort Halloween aufschlüsselt, findet man Hinweise auf ein anderes, altes Fest, welches hier bei uns im nördlichen Teil Europas gefeiert wurde: das Allerheiligen-Fest oder auch Samhain genannt.

Samhain war in den alten Zeiten der heidnischen Kultur ein großes Fest. Es wurde der Beginn eines neuen Jahres gefeiert, etwa wie unser Silvester. Die Druiden jener Zeit legten den Samen des neuen Jahres tief in die Erde. Aus diesem „Hain“ sollte ein neuer Wald werden, neues Leben hervorgehen – Samen im Hain – Samhain. Möglich ist auch die Bedeutung Sam-Fin: Ende der Sonne. Mir gefällt die erste Erklärung mehr!

In der Nacht des Samhain wurden die Tore zur Anderswelt geöffnet. Die Geister der Ahnen (Allerheiligen, Allerseelen oder auch Ahnenfest genannt) suchten ihre Familien auf. Die alten Frauen berieten sich mit ihren verstorbenen „Groß-Müttern“ und es wurden Orakel für die Zukunft befragt.

Wenn man nicht unbedingt raus musste, blieb man Zuhause, denn die umherirrenden Geister konnten einen in ihren Bann ziehen und dann musste man ihnen in die Anderswelt zur schwarzen Göttin Holle folgen.
In der Mythologie unserer Vorfahren hieß es, dass die schwarze Göttin – die Holle oder Perchta, die Göttin der Natur und der Pflanzen, vom Gott der Unterwelt und des Winters Samhain geraubt wurde. Sie sollte fortan in der Unterwelt leben. Sie nahm alles Grün mit sich und alle Samen. In der Erde ruhen sie nun und warten auf den Frühling – auf den Beginn neuen Lebens.

Einen ähnlichen Mythos finden wir auch im antiken Griechenland. Dort hieß es, wurde Persephone, die Tochter Demeter, der griechischen Göttin der Natur und Pflanzen, vom Gott der Unterwelt Hades geraubt. Sie wurde ihm von ihrem Vater Zeus als Braut gegeben. Demeter aber war so traurig, ihre Tochter verloren zu haben, dass sie sich nicht mehr um die Natur kümmerte. Es wurde Winter und der Winter dauerte viele Jahre an. Zeus beschloss also, dass Persephone nun sechs Monate im Jahr bei Ihrer Mutter leben darf und sechs bei ihrem Gatten. Ist Persephone bei ihrer Mutter, freut sich Demeter und lässt die Natur erblühen und die Menschen erfreuen sich an prächtigen Ernten. Kommt die Zeit, in der Persephone wieder zu ihrem Mann muss, versinkt Demeter in Trauer und mit ihr auch die Natur. Alles verwelkt und der Winter kommt.

Hier knüpft Halloween an: Halloween - „all Hallows eve“ - also übersetzt aller-Heiligen. In dieser Nacht verkleidet man sich als Geist, denn ein verkleideter Mensch wird von den Wesen der Anderswelt nicht als Mensch erkannt. Um die Geister milde zu stimmen, beschenkte man sie mit Süßigkeiten. Davon profitieren natürlich am Meisten unsere kleinen, verkleideten Plagegeister, die ganz furchtlos in der Dunkelheit an den Türen „Süßes, sonst gibt’s Saures“ rufen.

Der Herbst ist die Zeit des in sich Zurückziehens. Die Zeit scheint langsamer zu laufen. Neben den sonnig-goldenen Tagen häufen sich die trüben, nebligen. Es wird schneller dunkel und es ist schon sehr kalt. Die Natur zieht sich zurück. Die Blätter fallen herunter, die Bäume ziehen ihre Säfte in die Erde. Die Tiere des Waldes suchen noch die letzten Nüsse und Beeren und warme Winterquartiere.
Wie die Natur, so sollen wir uns auch von der Arbeit im Sommer und der Ernte erholen – einen Gang herunterschalten. Unsere Vorfahren schlossen die Zeit der tüchtigen Arbeit und der Fülle Anfang Oktober mit dem Erntedankfest ab. Sie dankten der Natur für die reiche Ernte mit einem festlichen Braten und machten sich anschließend bereit für die kommende, sinnliche Zeit der Ruhe.

Leider funktioniert dieses Konzept in unserer Gesellschaft nicht mehr. Die innere Uhr wird überhört. Die Wünsche und Triebe werden zurückgedrängt. Wir wollen weiter gleichbleibend leistungsfähig sein und funktionieren. Wenn wir es dennoch übertreiben und unserem Körper nicht die Ruhe geben, die er verdient hat, melden sich Schlafstörungen, Unwohlsein, Schlappheit, Müdigkeit, Verdauungsbeschwerden. Wir haben es schwer einzuschlafen und wachen nachts auf, um dann ein-zwei Stunden später erschöpft wieder einzuschlafen. Das Drama macht sich am nächsten Tag bemerkbar, indem wir schwer aus dem Bett kommen und uns träge durch den Tag quälen. Abends liegen wir wiederum hellwach im Bett – der Kreislauf beginnt von neuem.

Die Leber ist das Organ, welches den Schlaf beherrscht. Wenn wir schlafen, arbeitet sie – tagsüber ruht sie. Gerät unserer Rhythmus aus dem Gleichgewicht, kann die Leber nicht mehr zu genüge ihre Arbeit leisten. Die Gifte, überflüssige Hormone, Abfallprodukte unseres Körpers können ihn nicht mehr zu genüge verlassen – wir Verschlacken. Ein Teufelskreis, denn eine Verschlackung führt zu vermehrten Schlafstörungen und somit zu einer noch erschöpfteren Leber...

Wie können wir nun diesen Kreis durchbrechen? Hier hilft die Natur. Sie gibt uns genau dann, wenn wir es am Meisten brauchen, das, was wir brauchen.
Im Herbst ist die Kraft des Löwenzahns am größten. Die Wurzel, als Tee getrunken, sehr bitter, regt die Leber an, vermehrt Galle zu bilden. In der Galle befinden sich haufenweise Abfallprodukte, die so den Weg nach Außen finden. Zudem regt der Tee auch die Nierentätigkeit an. Über diesen Weg werden weitere Schlackstoffe ausgeschieden.

Eine düstere Pflanze, auch dem Herbst gewidmet, ist die immergrüne Eibe. Der Totengott Samhain trug sie als Schmuck auf seinem Kopf. Sie ist die Hüterin des Tors zur Anderswelt und passt auf, dass keine Kobolde und Zwerge den Weg zur Menschenwelt finden. Aus Eibenholz werden Zauberstäbe geschnitzt. Der Zauberstab von Lord Voldemort* ist aus Eibenholz.
Mit ihren roten Beeren – mit dem höchst giftigen Kern, bietet sie als eine der letzten Pflanzen im Jahr, Nahrung für die Tierwelt an, bevor der Winter kommt. Sie ist in allen Pflanzenteilen giftig**, daher wird sie nur in der Homöopathie angewendet.
Als Globuli hilft sie besonders bei Müdigkeit, Schwächegefühl, Schwere und Erschlagenheitsgefühl, Müdigkeit, Trauer, Einsamkeit vor allem vormittags. Außerdem wird die Eibe bei Gicht (Ansammlung von Giftstoffen meist am großen Zeh mit starken, plötzlich auftretenden Schmerzen) und Lebererkrankungen gegeben.

Ein weiterer Heil-Baum ist die Erle. Der Begleiter der Erle ist der düstere Erlkönig und viele Feen, Irrlichter, Moorgeister und Hexen. Ihn finden wir an düsteren Orten, umgeben von Nebel und Dunkelheit, nahe stehender Gewässer, so wie sein Baum, die Erle.
Nervös und Unruhig werden wir, wenn wir an Orten kommen, wo die Erle ihr Zuhause hat.
Wer sich unruhig und nervös fühlt, wer nicht zur Ruhe kommen kann, dem hilft die Erle. Als homöopathische Aufbereitung befreit sie von Stress und Nervosität – sie spendet Ruhe und Gelassenheit.

Große Hilfe bietet die Erle bei akuten, fieberhaften Erkrankungen. Wer beim Fiebern meint den Erlkönig gesehen zu haben, wer eine verzerrte Wirklichkeit erlebt, dem hilft die Erle. Sie wirkt fiebersenkend, schmerzstillend und mildert die Fieber-Halluzinationen.

In der herbstlichen Küche sollte der Wermut nicht fehlen. Mit seinen extremen Bitterstoffen hilft er bei der Verdauung. Er macht den Erntedankfest-Braten, bekömmlicher indem er die Leber anregt, Gallensäfte zu bilden.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein fröhlich-gruseliges Halloween-Fest mit vielen kleinen Geistern an der Tür. Denken Sie auch manchmal an die sinnliche Seite dieser Jahreszeit und machen Sie es wie unsere Vorfahren: Legen Sie öfters eine Pause mit einem leckeren Lebertee ein. Ihre Leber wird es Ihnen danken!

Ihre Anna Danisger – Ihre Heilpraktikerin und leidenschaftliche Heilpflanzen-Therapeutin



*Der böse Zauberer aus dem Roman Harry Potter
**Die Beere an sich ist nicht giftig, lediglich der Kern ist hochgiftig! Nicht zum Verzehr geeignet!

Quellen:
Die Kräuter in meinem Garten – Siegrid Hirsch, Felix Grünberger
Blätter von Bäumen – Susanne Fischer-Rizzi
http://www.abermann.net/pdf/artikel_taxus.pdf
http://symptomat.de/Erle
de.harry-potter.wikia.com
Fotos: Anna Danisger, Pixelio
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