Einsatz gegen die Armut

Wann? 21.05.2012 19:00 Uhr

Wo? Rathaus Schenefeld, Holstenplatz 5, 22869 Schenefeld DE
Mechtild Kuiter-Pletzer berichtete über Gründung und Erfahrungen der Wedeler Tafel. Foto: tp
Schenefeld: Rathaus Schenefeld |

Schenefelder Bürger wollen am 21. Mai eine „Tafel“ gründen und Essen ausgeben

von Thomas Pöhlsen

Eine von der Stadt organisierten Informationsveranstaltung über eine geplante „Tafel“, die sozial Benachteiligte mit Lebensmitteln versorgt, besuchten nicht nur knapp 100 Bürger im Ratssaal. 53 Schenefelder ließen sich sogar registrieren, weil sie sich ein Engagement in der Hilfsorganisation für sozial Benachteiligte vorstellen können und bei der Gründungsversammlung dabei sein wollen. Diese beginnt am Montag, 21. Mai, um 19 Uhr ebenfalls im Ratssaal.
„Sie brauchen sieben Leute, die den Verein gründen und auch miteinander können“, so Mechtild Kuiter-Pletzer vom Vorstand der Wedeler Tafel. Sie berichtete über die Erfahrungen in der Rolandstadt: Wer sich ehrenamtlich engagieren will, wird in Teams eingeteilt. Es gibt Gruppen, die Lebensmittel einsammeln, die Spenden sortieren, sich um die Verteilung kümmern, in den Räumen der Tafel sauber machen oder die Finanzen und die Kundschaft im Blick haben.
110 Mitarbeiter engagieren sich bei der Wedeler Tafel, so Mechtild Kuiter-Pletzer. Es gibt 20 Lieferanten und der Trägerverein hat 250 Mitglieder. Die sorgen mit ihren Beiträgen für einen Teil der Finanzierung. Um die Einnahmen – 20.000 Euro werden in Wedel jährlich fällig – müsse man sich keine Sorgen machen. „Die Spenden kommen, wenn Sie sie brauchen“, erklärte die agile Dame.
Wer sich engagieren will, muss mindestens ein, zwei Stunden pro Woche aufbringen können. Das sei auch für Berufstätige möglich, berichtete die Zweite Vorsitzende.
Etwa 1.000 Wedeler könnten die dortige Tafel nutzen. Das weisen sie in der Regel durch einen Hartz IV-Bescheid oder einen Beleg über ihre niedrige Rente nach. Rund 600 „Kunden“, so Mechtild Kuiter-Pletzer, seien registriert. 120 bis 150 Personen kämen pro Woche. Jeder Bedürftige zahlt 50 Cent und darf sich eine Papiertüte mit Lebensmitteln packen.
Bürgermeisterin Christiane Küchenhof (SPD) ergänzte, dass nach Recherchen der Verwaltung 750 Schenefelder Anspruch auf Leistungen der Tafel hätten.
Nicht die Versorgung Bedürftiger sei das Ziel, so Mechtild Kuiter-Pletzer. „Lebensmittel gehören auf den Tisch und nicht in die Tonne“ ist der Grundgedanke der Tafeln, von denen es in Deutschland mittlerweile 800 gibt.
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