Die Lebenshilfe kämpft gegen rote Zahlen

Der im Amt bestätigte Vorstand der Lebenshilfe Schenefeld will sich weiterhin der Herkules-Aufgabe widmen, den Verein zu neuen Ufern zu führen: Christian Nahrwold, Margrit Medau-Brinckmann (Schriftführerin) und Nico Monecke (vordere Reihe v. l.); Thomas Dieck, Werner Hatje (neu gewählter Beisitzer), Werner Schönau (Kassierer), Uwe Nilsson, Dr. Frank Claassen (Zweiter Vorsitzender) und Michael Freundt (Erster Vorsitzender, 2. Reihe v. l.). Foto: rs
Schenefeld: Paulskirchen-Gemeindehaus |

Nach Entlassungen: Neues Konzept soll Erfolge ermöglichen

von Reinhard Schwarz

Keine leichte Aufgabe hatte Michael Freundt übernommen, als er vor zwei Jahren zum Vorsitzenden der kriselnden Lebenshilfe Schenefeld gewählt wurde. Die Sorgen sind nicht weniger geworden, doch Freundt sieht Licht am Ende des Tunnels. „Wir haben guten Grund, zuversichtlich für die Zukunft zu sein“, bilanziert er angesichts von kritischen Fragen, die Vereinsmitglieder jüngst stellten.
Zwei Sorgenkinder plagen den Verein ganz besonders: Die Lebenshilfegärtnerei, die seit Jahren rote Zahlen schreibt, und ein Haus bei Teufelsbrück, in bester Lage an der Elbchaussee. Der langjährige Vereinschef Heinz Piel hatte das Objekt – ehemals ein Restaurant – vor einigen Jahren ersteigert, um dort einen Seniorentreff zu etablieren. Das Vorhaben scheiterte, jetzt kostet die Immobilie den Verein jährlich 110.000 Euro. Ein Käufer sei jedoch noch nicht in Sicht, erklärte Michael Freundt. Es habe „etliche Interessenten“ gegeben, die das Haus besichtigten, doch es kam zu keinem Kaufvertrag.
Nicht gut sah es in den letzten Jahren auch mit der Lebenshilfe-Gärtnerei aus. Diese habe in 2009 rund 337.000 Miese gemacht und 2010 nochmal rote Zahlen in Höhe von 237.000 Euro geschrieben. 2011 mussten zudem Abfindungen in Gesamthöhe von 150.000 Euro an sechs langjährige Mitarbeiter gezahlt werden, denen gekündigt wurde. Die Lebenshilfe will die Arbeit mit den Behinderten neu ausrichten: Nicht mehr der Gewinn soll im Vordergrund stehen, sondern der pädagogische Aspekt.
Freundt sprach sich dennoch für den Erhalt der Gärtnerei aus: „Es sind Fehler gemacht worden, die aber Stück für Stück abgearbeitet werden.“ Zudem spare die Lebenshilfe nun jährlich 115.000 Euro an Personalkosten.
So viel Offenheit und Engagement belohnten die rund 70 anwesenden Mitglieder – von insgesamt 800 – bei der Mitgliederversammlung im Gemeindehaus der Pauluskirche: Sie entlasteten den alten Vorstand bei 24 Enthaltungen. Gleichzeitig bestätigten die Anwesenden die Vereinsspitze in ihren Ämtern. 22 Mitglieder enthielten sich jedoch der Stimme, darunter der komplette neunköpfige Vorstand. Der alte und neue Vorstand hat jetzt zwei weitere Jahre Zeit, den Verein aus negativen Schlagzeilen sowie aus den roten Zahlen zu führen.
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