Eine Kaserne für Touristen?

In Hamburg fehlen Übernachtungsmöglichkeiten –
die ehemaligen Röttiger-Kaserne könnte ein Hotel werden

Andreas Göhring, Fischbek

Elbphilharmonie, Musicals, Hafengeburtstag und natürlich die Reeperbahn: Für Touristen ist Hamburg attraktiv. Im Jahr 2015 verbrachten 6,3 Millionen Gäste im Durchschnitt zwei Nächte in Hamburg. Das machte 12,6 Millionen Übernachtungen. Aber was haben Fischbek, Hausbruch oder Neugraben davon? Bisher nichts, aber das wird sich ändern – glauben jedenfalls Michael Schwarz und Robert Bojdecki von der Hamburgischen Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (HWF).
Sie haben mal in die Zukunft geblickt und mit dem Kreuzfahrtboom, dem „revitalisierten“ CCH und sogar der Fehmarnbeltquerung weitere Faktoren gefunden, die den Touristenboom in Hamburg weiter anheizen können.
Spätestens im Jahr 2025 können die Hamburger Hoteliers mit noch mehr Übernachtungen rechnen. Dafür reichen die vorhandenen Hotels bei weitem nicht aus. Bojdecki geht von einem Fehlbestand von 18.000 Betten aus, also rund 180 Hotels.
Klar, dass diese Hotels nicht alle in der Hamburger Innenstadt gebaut werden können. Schon jetzt häufen sich im Bezirk Mitte die Beschwerden über die „Touristenschwemme“.
Bojdecki: „Irgendwann geht uns in der City einfach der Platz aus, deshalb wollen wir entlang der Hauptrouten des Öffentlichen Personennahverkehrs auch in weiter außerhalb liegende Stadtteile.“
Und tatsächlich hat der Bezirk Harburg bei diesen Überlegungen Priorität. Das mag daran liegen, dass das Harburger Bauamt die Chance erkannt und schon mal überlegt, wo im Bezirk bis zu 20 neue Hotels gebaut werden könnten.
Dabei ist der Blick auch auf die Neubaugebiete in Süderelbe gefallen. „Im Vogelkamp könnte ich mir durchaus ein Hotel vorstellen“, sagt Stadtplaner Heiko Stolzenburg. „Und warum soll man nicht einmal darüber nachdenken, in den alten Kasernengebäuden im Fischbeker Heidbrook ein Hotel unterzubringen?“
Da bei Hotels höhere Grenzwerte für die Lärmbelastung erlaubt sind, sei das sicher einfacher zu realisieren als eine reine Wohnbebauung.
Fischbek, Hausbruch und Neugraben haben ein entscheidendes Merkmal, das die Planer dabei durchaus im Auge haben: Sie liegen an der S3 – und damit wären die Touristen direkt und ohne Umsteigen mit der Reeperbahn und anderen Attraktionen der Innenstadt verbunden.
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