Sie kennen sich aus mit Maya und Azteken

Hamburg: Staatsbibliothek |

Vorgestellt: Die Mesoamerika-Gesellschaft Hamburg

Rätselhafte Steine mit Sonnen, Gesichtern und Figuren, gewaltige verlassene Pyramiden in unzugänglichen Bergregionen: Die Überbleibsel der Hochkulturen der Maya und Azteken können nur Fachleute entschlüsseln. Die Mitglieder der Mesoamerikagesellschaft Hamburg gehören dazu – sie wollen ihr Wissen auch für Laien verständlich weitergeben.
Bis 2009 gab es das Fach Mesoamerikanistik (heißt in etwa: Mittelamerikastudien) an der Universität Hamburg. Dann ging der letzte Professor des Studiengangs in Rente. Eine handvoll Absolventen wollte sich mit dem Aus für die exotischen Forschungen nicht abfinden und gründete einen Verein. „Es wurden hier jahrzehntelang Qualitäten aufgebaut, es ist ein enormes Wissen da, aber es liegt brach“, sagt Lars Frühsorge, Vorsitzender der Mesoamerikagesellschaft, die 2010 gegründet wurde. Im sechsköpfigen Vorstand sind Sprachwissenschaftler, Archäologen oder Kulturhis-toriker aktiv. Sie organisieren eine Vorlesungsreihe, Workshops und Tagungen für Fachleute und bieten sogar Stipendien für Studierende an.
Die Themenpalette von Mittelamerikastudien reicht von seltenen Sprachen über die Kultstätten der Maya und Azteken bis hin zum Bürgerkrieg in Guatemala oder dem Kaffeehandel zwischen Mexiko und Hamburg. Es geht um Geschichte, Kultur und Politik des mittelamerikanischen Raums. In überschaubaren Portionen wird das Fachwissen bei der Vorlesung einem wachsenden Kreis von Zuhöreren vermittelt. „Wir wollen gezielt Laien ansprechen, unsere Veranstaltungen können ohne Vorwissen besucht werden“, sagt Vorstandsmitglied Monique Lorberg.
Im Museum für Völkerkunde sind zum Beispiel bedeutende Sammlungen zur Mesoamerikanistik zu bestaunen. Die Gesellschaft hütet aber auch selbst eine umfangreiche Bibliothek. Derzeit suchen die Aktiven einen Raum, in dem sie die Fachliteratur unterbringen können. Wer aushelfen kann, meldet sich per E-Mail an info@mesoamerika-gesellschaft.de

Was ist Mesoamerika eigentlich?
Unter Mesoamerika verstehen die Fachleute einen Kulturraum, der die heutigen Länder Mexiko, Guatemala, Belize und El Salvador sowie Teile von Honduras und Nicaragua umfasst. Die Mesoamerikanistik erforscht die früheren und heutigen indianischen Kulturen dieses Gebietes mit Methoden der Archäologie, der Geschichtswissenschaften, der Sprachwissenschaft und der Ethnologie (Völkerkunde).

Neue Vorlesungsreihe
Am Donnerstag, 10. April, startet eine neue Vorlesungsreihe: Alle zwei Wochen gibt es Fachvorträge in der Staats- und Universitätsbibliothek (Stabi), Von-Melle-Park 3. Der Eintritt ist frei. Info: www.mesoamerika-gesellschaft.de
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.