Kein feiner Herr: Mann kündigt 10.000-Euro-Kauf an.... und ergaunert neun Euro

Ein feiner Herr war das, der sich in Leoks Bad & Design ausführlich von Yilmaz Cengiz beraten ließ und in Aussicht stellte, eine Badezimmer-Ausrüstung im Wert von über 10.000 Euro zu bestellen. Doch der Herr war gar nicht so fein - er stellte sich als mutmaßlicher Betrüger heraus. Zum Glück roch der Kundenberater Lunte und verlor nur wenig Geld: neun Euro aus seinem privaten Portemonnaie.
„Er trat auf wie ein Herr“, berichtet Cengiz, pensionierter Architekt, der zeitweise bei Leoks aushilft. „Ungefähr 60 bis 65 Jahre alt, akzentfreies Deutsch, kurze dunkelblonde Haare. Er wartetet geduldig, bis ich das Gespräch mit einem Handwerker beendet hatte und ließ sich dann beraten. Er wollte bei uns einkaufen, gab dafür seine Adresse und seine Handynummer an und verließ dann den Laden. Fuhrmann oder Puhlmann nannte er sich.“
Nach 20 Minuten tauchte der Mann wieder auf und erzählte, er habe ganz dummes Pech gehabt: Er sei kurz ins Auto zu seiner Frau gestiegen, die sei danach losgefahren nach Elmshorn - mit seiner Brieftasche, die er aus Versehen im Auto liegenlassen hatte. Ob er sich vielleicht 20 Euro borgen könne. Seine Adresse und Telefonnummer seien ja bekannt. Und morgen könne er das Geld wiederbringen.
Der Kundenberater reagierte vorsichtig. Cengiz: „Ich hab ihm erklärt, dass wir kaum Bargeld im Laden haben, weil die meisten Verkäufe bei uns über Karte laufen. Aber dann habe ich ihm doch neun Euro gegeben.“
Hinterher meldete sich der Zweifel immer lauter. Cengiz rief die Handynummer an, die der Fremde hinterlassen hatte, und hörte: „Diese Nummer ist nicht vergeben“. Dann schwang er sich auf sein Fahrrad und fuhr zu der Adresse, die „Herr Fuhrmann“ angegeben hatte: Lutherhöhe 18. „Das letzte Wohnhaus dort hat die Nummer 16 - danach kommt nur die Kirche und das Gemeindehaus“, stellte Cengiz fest. Er hat Anzeige erstattet.
Andreas-Georg Thoenessen vom Polizeikommissariat in der Mörkenstraße sagt: „Eigentlich ist das eine typische Saisongeschichte... immer wieder kommt es gehäuft vor, dass Leuten Geld abgeschwatzt wird, um angeblich nach Hause fahren zu können. Von diesem speziellen Vorgehen und diesem Täter höre ich aber zum ersten Mal.“
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