Die Musiker aus der Fußgängerzone

Damit kann man seinen Lebensunterhalt verdienen: Musik machen auf der Straße. (Foto: Autor)
Sie machen Musik - aber sprechen können oder wollen die meisten nicht: Straßen-Musiker.
Der Akkordeonspieler, der fast jeden Tag vor dem Mercado-Einkaufszentrum sitzt, kann zum Beispiel nur Russisch. Ein Duo aus Akkordeonspieler und Trommler, welches nur Türkisch kann, organisiert schnell zwei Übersetzerinnen, als das Wochenblatt Fragen stellt. „Wir machen das aus Spaß, wir wollen, dass die Leute unsere Lieder hören“, sagen die beiden.
Nach dieser Auskunft beraten sie sich mit ihren Übersetzerinnen - und verstehen erst jetzt, dass sie nicht verpflichtet sind, ein Interview zu geben.Da wollen Sie dann doch nicht weiter reden. Ein blonder Gitarrenspieler, der sich zu den beiden gesellt hatte, möchte lieber auch nichts sagen. Eines wissen nämlich alle Straßenmusikanten: Rechtlich bewegen sie sich in einer Grauzone. Im Prinzip sei es nämlich illegal, auf einer öffentlichen Straße einfach zu spielen, sagt Rainer Doleschall , Pressesprecher des Bezirksamts Altona.
Nur ein einziger Straßenmusiker lässt sich gerne interviewen. Der Steeldrummer Tobias Staufenberg erzählt, dass er sonst eigentlich immer in der Mönckebergstraße spielt. Aber er wollte mal etwas Neues aus-probieren: „Ich verdien so meine Kohle. Aber es geht nicht nur darum, mir macht es einfach Spaß, wenn die Leute, vor allem die Kiddies, sich freuen“. Der 24-jährige Student verdient sich mit der Musik seinen Lebensunterhalt. „Wie viel Geld ich hier in Ottensen einnehmen werde, kann ich noch nicht sagen, denn ich spiele das erste Mal hier. In der Mönckebergstraße habe ich immer ungefähr 15 Euro in der Stunde verdient. Plus minus fünf Euro - das kommt auf Wetter und Laune an. In Ottensen ist das wahrscheinlich weniger, weil in der Mönckebergstraße viel mehr Leute sind.“
Und was meint das Mercado-Management? Das hat in Sachen Straßenmusikanten nichts zu sagen, da die Fußgängerzone davor öffentlicher Grund ist. Nur, wenn die Musiker so sitzen oder stehen, dass Schaufenster verdeckt werden, kann das Mercado eingreifen.
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