Der Umgang mit Pferden hilft traumatisierten jungen Frauen

Die robusten und geduldigen Islandpferde eignen sich gut als Therapiepferde. (Foto: rs)
Sie heißen „Mori“, „Tjaldur“ und „Gersemi“ und sind Islandpferde. Doch nicht nur das. Die robusten und geduldigen Vierbeiner sind zudem ausgebildete Therapiepferde. Davon profitieren die Bewohnerinnen des Wohnhauses für Frauen in Altona. Hier leben junge Frauen mit psychischen Erkrankungen wie Depressionen, posttraumatischen Belastungsstörungen, Angsterkrankungen oder Essstörungen. Viele haben Gewalt erlebt und Probleme mit dem Selbstwertgefühl, mit Nähe und Vertrauen.
Die Islandpferde sollen ihnen dabei helfen, Vertrauen aufzubauen – zu sich selbst und zu anderen. Auf einem Reiterhof in der Heide können die Frauen Bekanntschaft mit den Vierbeinern machen. Die Erfahrungen sind gut, schildern die Teilnehmerinnen. „Vor dem Pferd hatte ich keine Angst, eher Respekt“, schildert Erika (23, alle Namen von der Redaktion geändert). „Ich habe Vertrauen gewonnen und bin sicherer geworden, das hat sich auch auf mein Privatleben positiv ausgewirkt.“
Ronja (37): „Die Tiere sind ehrlich, das hat mich etwas durcheinander gebracht. Das hat mir auch Angst gemacht, und dann bin ich auch neidisch auf die Natürlichkeit dieser Pferde.“ Das Thema „Ehrlichkeit“ der Vierbeiner gehöre durchaus zum Konzept der „Heilpädagogischen Arbeit mit Pferden“, erläutert Diplom-Psychologin Lisa Kieselhorst: „Pferde sind authentisch, sie können sich nicht verstellen.“ Die Aufgabe für die Teilnehmerinnen bestehe darin: „Wie kann ich ein Pferd durch meine Körpersprache bewegen, ohne dass ich meine Kraft einsetzen muss?“
Dabei ist das Reiten nicht unbedingt Bedingung zum Mitmachen. Es gehe vielmehr um das Ausprobieren, um neue Erfahrungen, besonders in der Natur.
Da das Wohnhaus für Frauen die Reittherapie ausschließlich durch Spenden wie etwa der „Gücksspirale“ finanzierte, können sich Interessierte unter www.wohnhaus-fuer-frauen.de im Internet über die Förderung des Projekts informieren.
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