"Aber sie wollen es doch so ...!"

Wann? 18.09.2014 19:30 Uhr

Wo? hamburger frauenbibliothek - DENKtRÄUME, Grindelallee 43 (Sauerberghof rechts), 20146 Hamburg DE
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Hamburg: hamburger frauenbibliothek - DENKtRÄUME |

… über Gender im Kinderzimmer, Lebenswelten in Blau und Rosa und feministische Mädchenarbeit zwischen Topmodel- und Superstar-Allüren …



mit Claudia Wallner und Stevie Schmiedel

Eintritt: 7 €/erm. 5 €
Ort: hamburger frauenbibliothek

In Zeiten von Gender Mainstreaming wird behauptet, Genderarbeit müsse Mädchenarbeit ablösen: Von „Alphamädchen“ und „Jungenkatastrophe“ ist die Rede. Das „katholische Mädchen vom Lande“ als Synonym der Mehrfachbenachteiligung ist abgelöst worden vom „bildungsfernen Jungen mit Migrationshintergrund in der Großstadt“. Diskutiert wird, ob es heute tatsächlich noch die Mädchen sind, die benachteiligt sind, oder ob nicht vielmehr Jungen heute das „arme Geschlecht“ bilden. Insbesondere die Bildungsdebatten haben diese Diskussionen befördert. Mädchen geraten wieder ins gesellschaftliche Abseits. Diesmal nicht, weil die Teilung der Welt in männliche und weibliche Territorien als naturgegeben angesehen wird wie in den 1970er Jahren, sondern weil jahrelange, gleich geschaltete Medienkampagnen das Ende der Benachteiligung von Mädchen propagieren und damit das Ende ihrer Förderung begründet wird. Dass das nicht wahr ist, spielt dabei kaum eine Rolle. Von „Prinzessin Lillyfee“ und „Bob der Baumeister“ ist es auch heute noch für viele Mädchen und Jungen ein kurzer Weg zur Frisörin und dem Mechatroniker. Gesellschaftliche Vorstellungen von Weiblichkeit und Männlichkeit bestimmen nach wie vor das Leben der Mädchen und Jungen. Und je älter sie werden, umso stärker orientieren sie sich in ihrer Suche, was „ein richtiges Mädchen und einen richtigen Jungen ausmacht“, an den Bildern, die ihnen Werbung, Soaps und Talkshows, Musiksender und mediale Wettbewerbe um Topmodel- und Gesangskarrieren vorgeben.- Hier setzt auch die aus England übernommene Internetkampagne an: „Pinkstinks ist eine Kampagne gegen Produkte, Werbeinhalte und Marketingstrategien, die Mädchen eine limitierende Geschlechterrolle zuweisen, und Pinkstinks möchte diesem Trend entgegenwirken. Wir werben für ein kritisches Medienbewusstsein, Selbstachtung, ein positives Körperbild und alternative weibliche Rollenbilder für Kinder.“

Dr. Stevie Schmiedel: Deutsch-Britin, ist Dozentin für Genderforschung und lehrte zuletzt an der Universität Hamburg und der Hochschule für Soziale Arbeit (Rauhes Haus).
Seit Sommer 2012 arbeitet sie ausschließlich für Pinkstinks, deren Initiatorin und Vorstandsvorsitzende sie in Deutschland ist (Pinkstinks Germany e.V.). Die Kampagne richtet sich gegen limitierende Geschlechterrollen für Jungen und Mädchen. Pinkstinks startete im Sommer 2012 mit Aktionen gegen sexistische Werbung und einer Petition gegen das rosa Überraschungs-Ei. Zur Zeit bereitet Pinkstinks eine Kampagne gegen die Kriterien des deutschen Werberats vor.

Dr. Claudia Wallner: Diplom-Pädagogin und Doktorin der Philosophie. Die Promotion wurde unter dem Titel „Feministische Mädchenarbeit: Vom Mythos der Selbstschöpfung und seinen Folgen“ 2006 veröffentlicht. Seit 1987 bundesweit tätig als Referentin, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institut für soziale Arbeit e. V., Autorin und Praxisforscherin in den Themenfeldern Mädchenarbeit und Frauenpolitik, Geschlechterverhältnisse, Genderpädagogik, Bildungs- und Sozialpolitik, Koordinatorin eines EU-Projekts zur Partizipation von Mädchen im Ländervergleich zwischen der BRD, Österreich und Italien sowie in viele Fortbildungen in Österreich, der Schweiz und den Beneluxstaaten. (Mit-)Gründerin der Bundesarbeitsgemeinschaft Mädchenpolitik e.V. (1999), zwei Jahre dort als Vorstandsmitglied.


Kooperation mit der LAG-Mädchenpolitik Hamburg e.V.
und pro:fem, Verbund Hamburger Frauen- und Mädcheneinrichtungen e.V.
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