40 Jahre Logo: Tausende Konzerte und ein Todesfall

Foto aus den Anfangstagen: Das Logo an der Grindelallee 5. (Foto: pr)
Hamburg: Logo |

Der Live-Club an der Grindelallee feiert Geburtstag – das Interview im Elbe Wochenblatt

Ein kleiner schwarzer Flachbau an der Grindelallee zieht seit Jahrzehnten Fans und Bands an – jetzt feiert der Live Club Logo seinen 40. Geburtstag. Das Elbe Wochenblatt sprach mit Inhaber Eberhard Gugel.

Elbe Wochenblatt Gibt es ein Konzert, das Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?
Eberhard Gugel: Da gab es zu viele, da kann ich keins hervorheben. Als ich einmal von einem schlechten Konzertabend im Stadtpark zurück ins Logo kam, spielte da eine Nachwuchsband, den Namen weiß ich nicht mehr. Aber die rock-ten wie Scheiße, das war Wahnsinn, das ist Rock’n’Roll.

EW: Wie haben Sie und das Logo zusammengefunden?

Gugel: Am 8. Januar 1977 war ich als Roadie der Hamburger Coverband Bock Rock das erste Mal im Logo. Danach war ich viele Jahre als Tontechniker auf Tourneen unterwegs. Anfang der 90er Jahre hörte ich, dass die Vorbesitzer das Logo verkaufen wollten. Das haben wir uns dann mal genauer angeschaut.

EW: Und dann war der Einstieg schnell klar?
Gugel: Na ja, zum 18. Geburtstag des Logo, 1992, schaute sich mein Partner Karsten Schölermann den Laden an. An diesem Abend starb der Schlagzeuger der Band Dirty Dogs auf der Bühne. Schölermann sagte danach zu mir: „Da ist Tod in dem Laden. Das mach’ ich nicht.“ Ich war da anderer Meinung – und habe ihn schließlich überzeugt. Anfang 1994 haben wir das Logo übernommen.

Wofür stand das Logo früher?
Das war anfangs ein Restaurant, um 18 Uhr wurden dann die Gardinen zugezogen und umgebaut. Um 20 Uhr war Einlass für Konzerte. Wer dann nicht rechtzeitig an der Abendkasse war, bekam oft keine Karte mehr. Es gab Rockkonzerte, aber auch Abende mit Karl Dall oder Otto Waalkes.

Man staunt heute, dass eine Band wie Oasis mal im Logo spielte ...
Ja, wir haben 1994 innerhalb von vier Wochen Bush, Blur, Oasis und The Verve über die Bühne geschoben. Wir haben erst später gemerkt, was da eigentlich für eine Welle losging mit Britpop.

Persönlich: Eberhard Gugel lernte das Logo als Roadie kennen


Eberhard Gugel (58) kam 1976 aus Tübingen nach Hamburg. Der damals 20-Jährige fing ein BWL-Studium an, die Musik stand aber bald im Vordergrund. Gugel arbeitete als Tontechniker für verschiedene Bands. Er war unter anderem mit Rio Reiser, Wolf Maahn, Herbert Grönemeyer, Ulla Meinecke oder den Neville Brothers in Europa unterwegs. 1994 übernahm Gugel mit Karsten Schölermann (Knust) das Logo, heute ist Gugel alleiniger Geschäftsführer. Er lebt seit Jahrzehnten im Grindelviertel in Blick-weite seines Clubs. „Hier fühl’ ich mich pudelwohl.“ Ans Aufhören denkt Gugel nicht: „Ich mache das, so lange ich Lust hab’.“
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