Süße Träume unter einem Mistelzweig

So sieht sie aus, die Mistel: Verena Tharun und Hans-Helmut Poppendieck zeigen im Botanischen Garten einen Mistelzweig. Im Hintergrund hängt ein ganzer Baum voll.

Wo gibt es überall Misteln? – Botaniker und Studentin suchen
nach neuen Standorten in Hamburg

Bitte küssen. Bestimmt jeder ist dieser Aufforderung schon mindestens einmal brav gefolgt – wenn er nicht allein unter einem Mistelzweig stand. Auch in Hamburg wächst das „Liebesgestrüpp“ munter an Bäumen – seitdem sich vor über 100 Jahren die ersten Früchte in der Hansestadt ausgebreitet haben. Seit Jahrzehnten forscht der pensionierte Botaniker Hans-Helmut Poppendieck, wie sich die Populationen entwickeln. Die Studentin Verena Tharun hat nun im Rahmen ihrer Masterarbeit angefangen, alle Mistelbäume neu zu kartieren, also zu zählen und auszuwerten.

• Warum diese Arbeit?
Die Mistel ist beliebt. Schon in griechischen oder keltischen Mythen wird die Mistel als Liebes- und Zauberpflanze benannt. Heute wird sie bei alternativen Krebstherapien und in der Homöopathie angewandt. Die Mistel wächst von Natur aus nicht in Hamburg. Dennoch breitet sie sich seit Jahren aus. Die letzte Kartierung liegt fast zehn Jahre zurück. Zeit, die Daten auf den neusten Stand zu bringen.

• Was wird gemacht?
Die angehende Lehrerin für Bio und Geografie nimmt sich, mit Laptop und Ordner bewaffnet, zunächst die bekannten Stellen vor. Also den Botanischen Garten, ein Wohngebiet in Othmarschen und den Volkspark. Um neue Standorte zu entdecken, ist Verena Tharun auf die Mithilfe der Hamburger angewiesen: „Wo gibt es noch überall Misteln?“

• Wie sind Misteln zu erkennen?
Die Mistel hat immergrüne Blätter, die Beeren sind weiß. Ihre Äste verzweigen sich mit der Zeit zu einer Kugel. Deshalb wird die Mistel gern mit einem Vogelnest verwechselt. Sie wachsen meist ganz oben auf Bäumen, zum Beispiel Linde, Ahorn, Obstbäumen oder Weide. Gut zu erkennen sind sie eigentlich nur im Winter, wenn die Bäume kahl sind.

• Gibt es noch ein Mittel, Mistelzweige zu entdecken?
Vermuten Sie eine Mistel in Ihrer Umgebung, schlafen Sie eine Nacht unter diesem Baum. Träumen Sie gut, liegen Sie wohl richtig mit Ihrer Beobachtung. Haben Sie dagegen Albträume, könnten Sie sich vom Hexenbesen haben täuschen lassen, eine pflanzliche Wucherung, ausgelöst durch Bakterien.

Mithilfe
Wer glaubt, eine Mistel entdeckt zu haben, informiert bitte Verena Tharun per E-Mail: anerev89@yahoo.de oder postalisch an: 
Verena Tharun
c/o Biozentrum Klein-Flottbek, Herbarium
Ohnhorststraße 18
22609 Hamburg.
Bitte Fundort und Kontakt angeben.
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