Rot-Grün will fifty/fifty-Projekt weiterentwickeln

Anne Krischok, SPD: „Schule UND Umwelt gewinnen durch dieses erfolgreiche Projekt“

Das erfolgreiche und seit über 20 Jahren etablierte Umweltprojekt fifty/fifty an den Hamburger Schulen soll fortgeführt und weiterentwickelt werden. Einen entsprechenden Antrag haben die Regierungsfraktionen von SPD und Grüne zur letzten Bürgerschaftssitzung eingebracht.
Mit dem Projekt werden Schulen unterstützt und motiviert, Energie, Wasser und Müll einzusparen. Es gilt auch weiterhin: Die Hälfte des eingesparten Geldes erhalten die Schulen als direkte Zuweisung für eigene Projekte.

Anne Krischok, Umweltpolitikerin der SPD-Bürgerschaftsfraktion, betrachtet das fifty/fifty-Projekt als eine echte Erfolgsgeschichte. „An vielen Schulen sind inzwischen effizientere Heizzentralen und Leuchtmittel im Einsatz“, so die Politikerin aus dem Hamburger Westen. „Gebäude wurden saniert und damit auch der Energie- und Wasserbedarf verringert. Darüber hinaus wurden und werden zahlreiche Schulen nach neuesten energetischen Standards neu und damit viel moderner und "smarter" gebaut.”
„Außerdem“, so Frau Krischok weiter, „sind Kinder und Jugendliche die besten Multiplikatoren für den Klimaschutz. Das erlernte Wissen tragen die Schülerinnen und Schüler nach Hause und können auch dort anregen, sparsam mit Energie, Wasser umzugehen, Müll zu trennen beziehungsweise zu vermeiden. Deshalb sollen sie auch weiterhin lernen, wie und warum man mit Ressourcen sparsam umgehen sollte.”

Die Umweltpolitikerin macht deutlich, dass man die Klimaschutzziele nur erreichen kann, wenn alle mitmachen und alle Möglichkeiten dazu ausgeschöpft werden.
„Deshalb freue ich mich, dass fifty/fifty künftig für alle Schulformen und Altersstufen weiterentwickelt wird. Die Grundidee des Programms ist immer noch aktuell, muss aber den neuen Bedingungen angepasst werden. Deshalb wollen wir jetzt ein ausgewiesenes Umweltinstitut beauftragen, ein Konzept für die Weiterentwicklung vorzuschlagen. Damit es einen Austausch über gute Ideen und Vorschläge gibt, braucht es zum Beispiel auch eine Kommunikationsstrategie für fifty/fifty.“
Die externen Expertinnen und Experten sollen das Projekt von außen betrachten und ein Anreizsystem entwickeln, das die Schulen weiter motiviert, trotz der verbesserten energetischen Standards und Haustechniken weiter sparsam mit Energie, Wasser und sonstigen Ressourcen umzugehen. Dabei soll auch zu prüfen werden, ob und wie der Einsatz von Technologien zur Gewinnung von Erneuerbaren Energien honoriert werden kann.

Hintergrund:
Seit 1994 gibt es in Hamburg das Programm fifty/fifty. Zwischen der Stadt Hamburg und den teilnehmenden Schulen besteht folgende Vereinbarung: Alle Energie-, Wasser- und Abfalleinsparungen, die die Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte erwirtschaften, werden zur Hälfte der Schule und zur Hälfte der Stadt ausgezahlt. Die Grundidee ist, dass jede und jeder zum Klimaschutz beitragen und gleichzeitig Geld sparen kann. Über die Verwendung der durch sparsamen Umgang mit Energie und Wasser erwirtschafteten Mittel können Schulen frei verfügen – beispielsweise für schuleigene Solaranlagen, zusätzliche Unterrichtsmaterialien oder -hilfsmittel, Musikinstrumente oder Bibliothekserweiterungen. Auf diese Weise sparten die teilnehmenden Hamburger Schulen alleine vom 1. Juli 1994 bis zum 31. Dezember 2011 94 Millionen kWh elektrischen Strom, 660 Millionen kWh Heizenergie, 1.061.000 m³ Wasser sowie 191.000 Tonnen Kohlendioxid. Die Einsparungen entsprechen dem Jahresverbrauch von 35.000 bis 45.000 Haushalten und mehr als dem dreifachen Wasserinhalt der Binnenalster (circa 300.000 m³). Bis 2014 hatten dann insgesamt 334 Schulen in Hamburg nochmal jährlich bis zu 1,5 Millionen Euro erwirtschaftet und bis zu 8.600 Tonnen Kohlendioxid vermieden.
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