Krankheitserregern auf die Schliche kommen

So ähnlich wird es auch im CSSB aussehen: Forscher Christian Löw zeigt in einem Labor bei DESY ein mit bloßem Auge nicht sichtbares Protein, das unter verschiedenen Voraussetzungen untersucht wird.

Auf dem DESY-Gelände entsteht ein Zentrum für strukturelle Systembiologie

Verstehen, wie etwa der Ebola-Virus funktioniert. Das ist Ziel des neuen Zentrums für strukturelle Systembiologie (CSSB), das derzeit auf dem Gelände des DESY (Forschungszentrum Deutsches Elektronen-Synchroton) gebaut wird. Die neuen Erkenntnisse über verschiedenste Krankheitserreger nutzen der Wissenschaft und der Medikamentenforschung.

Um dahin zu kommen, braucht es Zeit, Geduld und Beharrlichkeit. Das alles haben Forscher wie Christian Löw. Er untersucht bereits jetzt verschiedenste Biomoleküle. Sein Arbeitgeber, das Europäische Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) arbeitet eng mit DESY zusammen und gehört zum späteren Kreis der CSSB-Nutzer.
Der Fokus im CSSB liegt auf Infektionskrankheiten. Die Wissenschaftler wollen herausfinden: Wo und wie genau im Körper wirken Viren, Parasiten oder Bakterien, und welche Wirkstoffe könnten dem jeweiligen Erreger etwas entgegen setzen?
Das Besondere: Es wird nicht der komplette Erreger unter die Lupe genommen, sondern lediglich ein winziger Bestandteil, nämlich ein Protein, das besonders wichtig ist in dem ganzen (molekularen) Konstrukt. Welches das ist, wird vorab aufwendig herausgefiltert. Danach startet die eigentliche Sisyphusarbeit: Dieses mit bloßem Auge nicht sichtbare Protein muss präpariert werden, um es untersuchen zu können. Der Vorgang kann Stunden, aber auch Jahre in Anspruch nehmen.
Hat es geklappt, kommt Petra III ins Spiel. Der Teilchenbeschleuniger von DESY wird in seiner Funktion als ganz spezielle Röntgenlichtquelle genutzt. Er kann mit seinem besonderen Röntgenlicht in die Tiefen des Proteins vordringen wie kein anderer. Die Informationen der mehrdimensionalen Aufnahmen werden mit komplexer EDV-Software ausgewertet und zu einem Gesamtbild des Krankheitserregers zusammengesetzt.
Der letzte Schritt, die Auswertung, kann von einer Stunde bis zu einem Jahr dauern.
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