Im Sonnenaufgang raus aufs Wasser

Die Crew (von links): Jasper Bredow, Caroline Evers und Daniel Gießel.

Mit Ende der Wachsaison ist für die DLRG noch lange nicht Schluss

Jeder Handgriff ist eingespielt. Flott machen Caroline Evers,
Jasper Bredow und Daniel Giebel am Anleger Teufelsbrück das Motorrettungsboot klar. 6.30 Uhr, es dämmert noch, doch die Freiwilligen vom DLRG sind hellwach. Sie sollen eine Segelregatta absichern.

Zwar ist die Wachsaison - von Mai bis September - am Wittenbergener Elbstrand für die Lebensretter vorbei. Ihr Einsatz aber geht weiter.
Erste Hilfe, Wasserrettung und Co. müssen regelmäßig aufgefrischt werden. Die Winterzeit wird für Lehrgänge und Weiterbildungen genutzt. Raus müssen die Ehrenamtlichen von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft das ganze Jahr über, etwa wenn ein Mensch in die Elbe stürzt, ein Boot auf Grund läuft oder mit Motorschaden liegen bleibt oder eine Sturmflut naht. Trotzdem: „Die Winterzeit ist fast wie Urlaub“, sagt Evers.
Denn mindestens die Hälfte ihrer Wochenenden im Sommer verbrachte die 24-Jährige auf der Wache in Nienstedten. Zu sechst, in einem kleinen Raum, der Wohnzimmer, Küche und Einsatzzentrale ist. Plus einem winzigen Schlafzimmer. „Da kommt Lagerkoller auf.“
Die Sonne geht über der Elbe auf. Der Blick vom Wasser aus auf Kräne und Kirchendächer entschädigt Caroline für manche Entbehrungen. Überhaupt ist die DLRG fester Bestandteil ihres Lebens: Mit sechs kam die gelernte Krankenschwester über ihre Eltern zur DLRG. Seit acht Jahren schiebt sie Wach- und Bootsdienste. Sie liebt das Wasser, hat Spaß an der Technik und mag die Gemeinschaft. Und, ja: „Ein kleines Helfersyndrom muss man wohl auch haben.“ Ihr Freund ist bei der Feuerwehr. Nur so kann die Beziehung ihrer Meinung nach funktionieren:  „Beide müssen so sozial ticken.“
Am Mühlenberger Loch gleiten die Segler auf und ab. Evers und Crew beobachten von ihrem Boot aus das Treiben, haben herannahende Frachter im Blick. Heute bleibt alles ruhig.

Wache Wittenbergen
Die Finanzierung des Neubaus in Nienstedten ist endgültig gesichert. 454.000 Euro kostet der Bau, ohne Inneneinrichtung. Die Stadt Hamburg übernimmt davon 225.000 Euro, der Bezirk ist mit 84.000 Euro dabei. Den Rest, 145.000 Euro, stemmt die DLRG.
Geplant ist die Fertigstellung zur nächsten Saison, also für Mai 2015. Aktuell werden die ersten Trinkwasser- und Abwasserleitungen verlegt. Spenden werden nach wie vor gern entgegen genommen.
❱❱ www.hamburg.dlrg.de
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