Fahrbahnreduzierung der Straße an der Fahrradrealität vorbei?

Anne Krischok (SPD): „Die vorhandenen Fahrradwege am Rugenfeld, auf dem viel KFZ-Verkehr ist, werden nicht genutzt. Trotzdem soll die Straße auf je eine Spur halbiert werden. Das ist schon eine bemerkenswerte Logik.“
Seit Jahren hört man immer wieder Klagen über Baustellen. Eine neue droht am Ring 3, der Straße Rugenfeld in Osdorf. Ab Oktober soll die Fahrbahndecke saniert und gleichzeitig die Fahrbahn von bisher vier auf zwei Spuren verkleinert werden. Die frei gewordene Fläche wird dann als Radfahrstreifen genutzt.
Die SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Anne Krischok aus dem Wahlkreis 4, zu dem auch Osdorf zählt, hat hierzu eine Anfrage an den Senat gestellt. Sie fasst die jetzt vorliegenden Antworten zusammen:
„Ich halte es als Umweltpolitikerin für sinnvoll, den Radverkehr zu fördern. Dieser muss aber auch existieren. Eine vielbefahrene Straße mit den bekannten Nachteilen in der Hoffnung zu reduzieren, dass der Ring 3 an dieser Stelle von Fahrradfahren in der Zukunft angenommen wird, führt lediglich dazu, den fließen Verkehr in der Gegenwart und nahen Zukunft ins Stocken zu bringen.“

Der Senat geht mittelfristig von einer Steigerung des Radverkehrs aus. Er will mit der Bereitstellung von regelkonformen Radverkehrsanlagen diese Entwicklung verstärken. Das geht aus der Antwort des Senats hervor. Der Senat bestätigt weiter, dass er das Verkehrsaufkommen des Rad- und Fußgängerverkehrs bei den Verkehrszählungen nicht erfasst hat, da die Belastungszahlen nicht relevant seien.

„Der Rugenfeld ist eine vielbefahrene Straße“, so die Politikerin. „Alles, was langsamer als 60 km/h fährt, gilt bei dem Großteil der Autofahrer bereits als Verkehrshindernis. Vor diesem Hintergrund halte ich es nicht für ratsam, wenn man den Radweg auf die Straße verlegt. Offensichtlich ist die Mischung von Fußgängern und Radfahrern bisher gering, so dass es in diesem Fall ohne Probleme eine Ausnahme gemäß PLAST 9 (4.1 und 4.2.5) kommen kann. Hier müssten dann lediglich die Gehwege modernisiert werden, was auch erheblich kostengünstiger wäre.“

Auch die Fraktionen von SPD und CDU in der Bezirksversammlung Altona hatten Ende Mai einen Dringlichkeitsantrag gestellt, in dem sie den Planentwurf für die Straße Rugenfeld ablehnen. Anne Krischok, die auch Stadtentwicklungspolitikerin in der Hamburgischen Bürgerschaft ist, unterstützt diesen Antrag. „Ich habe den Senat nach seinen Gründen befragt und ob für die Planungen der Baumaßnahme die tatsächliche Verkehrsbelastung erfasst wurde. Die geplanten Baumaßnahmen machen aus meiner Sicht keinen Sinn, die geplante Zweispurigkeit pro Richtung muss erhalten bleiben.“
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