Ein Chef, der Menschen liebt

Kapitän zur See Michael Setzer an seinem Schreibtisch im Landeskommando.

Kapitän zur See Michael Setzer ist neuer Kommandeur im Hamburger Landeskommando der Bundeswehr

U-Boot-Abzeichen, Münzen, ein alter Rettungsring. Wenn man wie Michael Setzer seit 38 Jahren Soldat ist, sammelt sich so einiges an. Die Erinnerungsstücke hängen an der Wand seines Büros. Weil seine Frau sie im Wohnzimmer nicht haben will, erklärt der neue Kommandeur des Landeskommandos und lächelt verschmitzt. Aufgeschlossen plaudert der Kapitän zur See mit dem Elbe Wochenblatt.

• Herr Setzer, seit einigen Wochen sind Sie aus den USA zurück in Hamburg. Haben Sie sich schon eingelebt?
Ich fühle mich wieder sehr wohl hier. Unsere Wohnung in Iserbrook ist so gut wie eingerichtet. Der Arbeitsweg ist kurz. Vor allem aber ist es zu meinem Enkel nicht mehr weit. Darüber hat sich besonders meine Frau sehr gefreut. Meine ältere Tochter wohnt in Kiel.

• Sie kennen die Elbvororte bereits aus beruflichen Etappen. Wo sind Sie am liebsten?
18 Jahre lang war ich U-Boot-Fahrer. Da zieht es mich natürlich ans Wasser. Ich gehe gern mit meiner Frau am Elbufer von Blankenese spazieren oder genieße den Ausblick vom Altonaer Balkon.

• Wie unterscheidet sich Ihre neue Tätigkeit von der als Militärattaché in Washington?
Gemein ist beiden Stellen, dass ich die Bundeswehr repräsentiere. Meine Frau und ich nehmen derzeit viele Termine wahr, um uns vorzustellen und erste Kontakte zu knüpfen. Hier bin ich außerdem Leiter einer Dienststelle. Ich bin für meine Mitarbeiter verantwortlich. Das Landeskommando fungiert als Schnittstelle zwischen Bundeswehr und Zivilbevölkerung. Mein Team und ich sind Berater, Mittler und am Ende auch Durchführer, etwa im Katastrophenschutz.

• Was sind Ihre Stärken?
Auf dem U-Boot waren wir immer eine kleine Kampf-Gemeinschaft. Wir lebten auf engstem Raum und mussten Großes bewirken. Das funktioniert nur, wenn man Menschen liebt und ein gewisses Talent im Umgang mit ihnen hat. Auf sie zuzugehen und gern mit ihnen zusammen zu sein – das ist meine Stärke.

• Und wie sieht es mit typisch militärischen Attributen aus?
Als Leiter einer Dienststelle sind das Führungsverhalten und Durchsetzungsvermögen wichtig. Entscheidend ist, sich gegenseitig zu respektieren und auf Augenhöhe zu begegnen. Für soldatische Verhältnisse pflege ich einen sehr kooperativen Führungsstil.

Michael Setzer
Kapitän zur See Michael Setzer war drei Jahre Militärattaché in Washington, bevor er das Kommando im Hamburger Landeskommando übernahm. Verschiedene Stationen führten den 58-Jährigen bereits vorher in die Hansestadt. Er studierte Wirtschafts- und Organisationswissenschaften in Wandsbek, bezog die erste Wohnung mit seiner Frau in Hamm und war später Dozent an der Führungsakademie in Blankenese. Der Kapitän zur See hat zwei Töchter, eine lebt in Barcelona, die ältere in Kiel. Seit 2013 ist er stolzer Opa.
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