Der kunstsinnige Rissener Architekt Christian Papendick wird seinen 90. Geburtstag feiern

Der Rissener Architekt und Buchautor Christian Papendick word am 03.09. seinen 90. Geburtstag begehen.

„Zeitlose Architektur geschaffen“.

„Ich habe im meinem Leben sehr viel Glück gehabt“, sagt Christian Papendick im 89. Lebensjahr bei guter Gesundheit. Am 03. September wird der gebürtige Ostpreuße in ein neues Lebensjahrzehnt starten. Schon in Kindheitstagen zeichnete der junge Königsberger auf der Kurischen Nehrung. Er bekam sogar Kontakt zu den dort ansässigen Malern der berühmten Niddener Künstlerkolonie. Ernst Mollenhauer und Richard Birnstengel beäugten die junge Künstlerseele. Sie erkannten bereits sein zeichnerisches Talent. Aber: Sein Berufsziel, einmal Maler zu werden und sich der Kunst ganz und gar zu widmen, konnte er nicht verfolgen. Sein Vater, preußischer Jurist, verbot seinem Sohn dieses berufliche Anliegen. „Ich habe auf der Kurischen Nehrung vor allem das Sehen gelernt“, sagt Christian Papendick heute. Die Wirren des schrecklichen Krieges, die Flucht aus Ostpreußen, der Verlust seiner geliebten Heimat und die spätere Gefangenschaft endeten für den damals 19-Jährigen Ostpreußen in Lüneburg. Eine Maurerlehre war zunächst der Start eines Berufsanfangs, zu dem ihn Fritz Schumacher geraten hatte. Christian Papendick war ihm in Lüneburg begegnet. Einen künstlerischen Beruf konnte er dann doch an der HdBK (Hochschule der Bildenden Künste) beginnen. Ein Architekturstudium. Weggefährten und Studienkollegen an der Hochschule waren unter anderem der junge Paul Wunderlich, Horst Janssen und Vico von Bülow, auch als „Loriot“ bekannt. Von 1960 bis 2002 arbeitete Christian Papendick als freischaffender Architekt in Hamburg und baute rund 100 Häuser in Deutschland. Preisgekrönt ist zum Beispiel sein Haus der Serie 2000, das sich durch seine zeitlose Architektur auszeichnete. Zahlreiche Veröffentlichungen seiner Atrium– und Gartenhofhäuser in renommierten Zeitschriften folgten. Er baute immer künstlerisch („Ein Haus muss eine Seele haben“, DIE WELT zu C. Papendick)). Zu seinen Auftraggebern gehörten auch viele Prominente, zum Beispiel Helmut Schmidt und Carl Friedrich von Weizsäcker. Ein Leben für die Kunst, auch das ist Christian Papendick. Seit nunmehr 75 Jahren ist der heute in Rissen lebende Architekt auf Kunstwegen unterwegs. Seine Künstlerkontakte, seine Freundschaften zu Malern sind legendär. Nach seiner beruflichen aktiven Zeit reiste Christian Papendick in seine „alte Heimat“, ins frühere Ostpreußen und ins Baltikum. Er verstand sich immer als Brückenbauer nach einem schmerzhaften Verlust seiner Heimat; schloss Freundschaften in Kaliningrad, wie das frühere Königsberg heute heißt. Wurde sogar Ostpreußen-Reiseleiter bei Schnieder Reisen und Buchautor; bekam hohe Anerkennung als Fotograf. Als Zeitzeuge hat er in Vorträgen über seine Heimat erzählt. Das ZDF begleitete Christian Papendick auf einer Zugreise ins frühere Ostpreußen. Seine vielbeachtete Bilddokumentation „Der Norden Ostpreussens“ hat den Autor auch wieder zu seinen Wurzeln geführt. Die ostpreußische Mundart ist ihm noch vertraut. Er kann Siegfried Lenz oder die Erzählungen seiner Tante, der Schriftstellerin Gertrud Papendick, tatsächlich auf ostpreußisch lesen.
Zukunftswünsche ? „Ich möchte noch weitere Bildbände übers Baltikum publizieren“, sagt Christian Papendick. Sein Fotofundus von vielen Reisen ist fast unerschöpflich. Dass sein Ur-,Ur-, Urgroßvater zur Tischgesellschaft von Immanuel Kant gehörte, hat den Kunstfreund aufhorchen lassen. Christian Papendicks Familiengeschichte ist tatsächlich auch Zeitgeschichte. Seine Ehe, die nun schon seit über 60 Jahren geführt wird, hat sicherlich einen hohen Anteil an diesem bewegten künstlerischem Leben. „Meine ostpreußische Dampfwalze“, bilanziert Lisa Papendick liebevoll die vielseitigen, kunstsinnigen Aktivitäten ihres Mannes.
Jetzt soll erst einmal aber gefeiert werden.
Am Samstag, den 03. September (16.00h) werden Mitglieder des Hamburger Ärzteorchesters ein Kammerkonzert zu Gunsten des nach Lüneburg übergesiedelten Kant-Museums musizieren.
Das Benefiz-Konzert wird in der Stiftung Hanna Reemtsma Haus in der Kriemhildstraße 15, in Hamburg-Rissen stattfinden.
Um eine Anmeldung zum Benefiz-Konzert in der Stiftung Hanna Reemtsma Haus
Kriemhildstr 15 22559 Hamburg-Rissen Telefon:040 / 819 58 0 wird gebeten.
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