Demokratie in historischem Ambiente erklärt

Anne Krischok führte Flüchtlings-Gruppe durch das Rathaus

Zurzeit ist die Hamburgische Bürgerschaft in der parlamentarischen Sommerpause. Die SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Anne Krischok nutzte die Zeit ohne Parlaments- und Ausschusstermine, um eine Gruppe Flüchtlinge durch das Rathaus der Freien und Hansestadt Hamburg zu führen. Unter den Teilnehmern war unter anderem auch ein ehemaliger irakischer Botschafter, ein früherer Professor der Universität Bagdad, ein bekannter afghanischer Schauspieler und eine Künstlerin.

Frau Krischok wurde bei der Führung vom Flüchtlingssozialarbeiter Mohammed Nadeem unterstützt. Er freute sich über die Gelegenheit, unsere freiheitlich demokratische Grundordnung anschaulich in einem Parlamentsgebäude zu erklären. Er betonte während der Führung, dass es sehr wichtig sei, allen neu zu uns kommenden auch das politische Miteinander zu erklären. „Dazu gehören eben auch die beeindruckenden Räume des Hamburger Rathauses, wo Gesetze gemacht werden“.

Die Sozialdemokratin, die regelmäßig Gruppen durch die historischen Räume führt, unterstützte diese Auffassung. Und sie ergänzte, dass in den Gesprächen während der Rundgänge beide Seiten, die Besucherinnen und Besucher genauso wie sie als Politikerin, von den Erfahrungen der jeweils anderen viele interessante Anregungen mitnähmen.

So nutzten auch die Asylbewerber in der letzten Gruppe das anschließende Gespräch in einem der historischen Räume des Rathauses, um über Probleme zu berichten, mit denen viele Flüchtlinge zu kämpfen haben. Dabei wurde u.a. die lange Wartezeit im Asylverfahren oder der Ausschluss aus den Integrationskursen für Asylbewerber aus den sogenannten „sicheren Herkunftsländern“ thematisiert.

Doch die Atmosphäre blieb freundschaftlich. Ein Flüchtling bedankte sich ausdrücklich bei Anne Krischok für die Führung durch die atemberaubenden Räume. Er sprach von einer für ihn außergewöhnlichen Möglichkeit, seine Sorgen offen gegenüber einer Politikerin vortragen zu können. In den meisten Ländern, aus denen die Flüchtlinge kämen, sei nicht einmal möglich, sich einem Parlamentsgebäude zu nähern. Weil das Rathaus für jedermann offen und zugänglich sei, wären sie immer vorbeigegangen, ohne zu ahnen, dass in diesem Gebäude der Senat und die Bürgerschaft sitzen.

Ein weiterer Gruppenteilnehmer erklärte, dass er nach fast einem Jahr in Hamburg durch diesen Rathausbesuch begriffen hätte, welche großartigen Freiheiten ihm seine neue Heimat bietet und wünschte sich deutlich mehr Offenheit von Abgeordneten, Flüchtlinge ins Rathaus einzuladen.

Anschließend bedankte sich Anne Krischok bei Herr Nadeem und der Gruppe: „Ich danke Ihnen, dass Sie mir Einblicke in Ihre neue Lebenssituation in Hamburg gegeben haben. Solche Berichte aus dem Alltag der Menschen sind für uns Abgeordnete immer wichtig. Sonst können wir Dinge nicht besser machen, die nicht optimal laufen.“ Und die SPD-Abgeordnete fügte hinzu, sie freue sich deshalb über jeden Interessierten aus ihrem Wahlkreis, der sich in ihrem Abgeordnetenbüro für Rathausführungen anmeldet. „Demokratie und Politik leben vom Erklären und dem Austausch. Das wunderbare historische Rathaus bietet den idealen Rahmen dafür.“
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