Auswirkungen des in Wedel geplanten Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerks

Wedel: Kraftwerk Wedel | Welche Auswirkungen hat das von Vattenfall in Wedel geplante Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk (GuD) auf die Umgebung?

Leider sind die Bürger im Hamburger Westen bisher nicht über das von Vattenfall in Wedel geplante neue Kraftwerk informiert worden. Insbesondere Wedel und HH-Rissen werden die erheblichen Auswirkungen des geplanten Kraftwerks zu spüren bekommen, sofern das Bauvorhaben – wie von Vattenfall beantragt – durchgezogen wird. Leider gab es bisher keine Bürgerversammlungen im Hamburger Westen. Somit konnten von Hamburger Seite bislang auch keine Einwendungen gegen den Bau des geplanten GuD erhoben werden. Da die Einwendungsfrist gegen das Kraftwerk bereits am 10.10.12 ausläuft, wird das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) in Flintbek, an welches die Einwendungen zu adressieren sind, um einen verlängerten Einwendungszeitraum gebeten. Ob diesem Begehren stattgegeben wird, bleibt offen.

Vattenfall plant neben dem Bau des neuen Kraftwerks auch weitere Flächen für die Vormontage anzumieten. Im Gespräch ist das Gelände des künftigen „Business Park“ in Wedel, direkt neben dem Kraftwerk. Die reinen Wohngebiete von HH-Rissen und Wedel liegen in allernächster Nähe. Das Ausmass an Lärm wird unerträglich sein, sowohl während der mehrjährigen Bauphase als auch nach Inbetriebnahme des rund um die Uhr betriebenen Kraftwerks.

Das Ausmass des Infraschalls, der nicht hörbar, aber fühlbar ist und sich bis zu 4 km ausdehnen kann, lässt sich noch nicht einmal berechnen. Zu befürchten sind gesundheitliche Beeinträchtigungen aufgrund des Infraschalls für Mensch und Tier, insbesondere in Wedel und HH-Rissen.

Die Erschütterungen durch die geplanten Rammarbeiten, die sich über einen geplanten Zeitraum von ca. 17 Monaten erstrecken, werden je nach Bodenverhältnissen weit spürbar sein. Je nach Windrichtung wird der Lärm nicht nur nach Wedel, sondern auch nach HH-Rissen übertragen. Die Stabilität der Häuser in der näheren Umgebung des geplanten Kraftwerks und insbesondere am Elbhochufer in HH-Rissen und Wedel wird hierdurch gefährdet, ggf. sogar der Hang am Elbhochufer.

Nicht nur aufgrund des Infraschalls, sondern auch aufgrund des Baulärms während der mehrjährigen Bauphase sowie der hohen Lärmbelastung nach Inbetriebnahme des neuen Kraftwerks sind gesundheitliche Gefahren für die Bürger (u.a. Schlaflosigkeit, mangelndes Konzentrationsvermögen und Angstzustände, verbunden mit weitergehenden gesundheitlichen Folgen) nicht auszuschliessen. Auch Kitas und Schulen befinden sich in der Nähe!

Allein die geplanten 64 Ventilatoren, die für die Luftkühlung des neuen Kraftwerks vorgesehen sind, dürften im Laufe der Jahre immer lauter werden, insbesondere durch Verunreinigung wie z.B. Schmutzablagerungen.

Vattenfall hat bei den vorgesehen Lärmbelastungsgrenzen, die bis zum Anschlag voll ausgeschöpft werden sollen, ignoriert, dass es sich bei der Bebauung in der näheren Umgebung des alten und geplanten neuen Kraftwerks in HH-Rissen und Wedel um ein reines Wohngebiet handelt. Stattdessen deklariert Vattenfall dieses reine Wohngebiet als „allgemeines“ Wohngebiet, um die Lärmbelastungsgrenzen höher ansetzen zu können.

Überdies entsteht Abwärme durch die vorgesehene Luftkühlung. Aufgrund des häufigen Westwinds wird diese Abwärme nach HH-Rissen und ggf. sogar bis nach HH-Blankenese getragen, was das Klima in der Umgebung negativ beeinflussen wird.

Zu befürchten ist auch eine unzumutbare Luftverunreinigung durch Staubpartikel während der mehrjährigen Bauphase des neuen Kraftwerks und dem anschliessend geplanten Abriss des alten Kohlekraftwerks für die Bürger in HH-Rissen und Wedel, die in der Nähe des Kraftwerks wohnen, verbunden mit gesundheitlichen Folgen.

Auch das bestehende alte Kohlekraftwerk verursacht ab und zu eine nicht unwesentliche Lärmbelästigung für Wedel und HH-Rissen. Der Lärm ist insbesondere nachts (je nach Windrichtung) hörbar und stört den Schlaf. Die beantragten Werte für das neue Kraftwerk sind nicht niedriger als die für das alte Kohlekraftwerk.

Weite Bereiche in HH-Rissen sind Naturschutzgebiet, wo besondere Gebote und Verbote zum Schutz von wildlebenden Tieren gelten. Aufgrund der Lärmbelastungen durch den geplanten neuen Kraftwerksbetrieb (nicht nur während der Bauphase, sondern auch danach) ist zu befürchten, dass die Vorschriften für das Naturschutzgebiet verletzt werden.

Zu hoffen bleibt, dass Vattenfall – wie von der Bürgerinitiative Wedel ("STOPP! KEIN MEGA-KRAFTWERK WEDEL") gefordert – den Genehmigungsantrag aussetzt, den Bürgern in Wedel und im Hamburger Westen ein Mitspracherecht bei den Planungen einräumt sowie bereit ist, auch über Alternativen nachzudenken.

Ein vergleichbares Großkraftwerk wie das von Vattenfall in Wedel geplante gibt es in ganz Deutschland nicht. Auch bleibt die Frage offen, weshalb ein fossiles GuD geplant ist, mit dem Ziel, Fernwärme über viele Kilometer nach Hamburg zur Versorgung von ca. 180.000 Haushalten zu transportieren. Der dadurch entstehende Wärmeverlust ist ökologisch nicht vertretbar. Frischer Wind aus Schleswig-Holstein ist fast immer vorhanden. Aber schon heute reichen die Netze nicht aus, um die Windenergie zu transportieren. Windkraftanlagen werden abgeschaltet und erhalten dafür eine Ausgleichszahlung. Das GUD in Wedel soll ganzjährig große Mengen Strom auf fossiler Grundlage produzieren. Dadurch wird die Einspeisung regenerativer Energien verhindert.

Das neue Kraftwerk soll noch größere Mengen an Strom als das bisherige Kohlekraftwerk in Wedel produzieren, so dass auch die CO2-Belastung ansteigen wird. Wie sieht es hier mit der Verantwortung von uns allen für die nachfolgenden Generationen aus? Deshalb sagt die Bürgerinitiative Wedel: „STOPP! KEIN MEGA-KRAFTWERK WEDEL“
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