Auch hier ist die CDU der Verlierer

Walter Scheuerl (r.) war als fraktionsloser Abgeordneter in der letzten Bürgerschaft genau so allein auf weiter Flur wie beim Wahlkampf in der Blankeneser Bahnhofsstraße. Er wird nicht wieder in die Bürgerschaft einziehen. (Foto: CH)

Bürgerschaftswahl in den Elbvororten: Viele Wähler und vertraute Gesichter

M. Kopf/ C. Handke, Elbvororte

Traditionell pflichtbewusst. Die Wahlbeteiligung in den Elbvororten lag mit 60,3 Prozent über dem Hamburger Schnitt (56,6 Prozent). Vor vier Jahren allerdings waren es noch 62,4 Prozent.

Die SPD hat mit 44,3 Prozent 1,3 Prozentpunkte verloren. Spitzenreiter mit 7,9 Prozent Verlust ist die CDU (18,9 Prozent). Linke, FDP und Grüne haben einen Zuwachs von ein bis zwei Prozent. Die Linke erreicht 5,5 Prozent, FDP liegt bei 12,5 Prozent, Grüne bei 10 Prozent. Die AfD erhält in den Elbvororten sechs Prozent.
Erneut ziehen Frank Schmitt und Anne Krischok (beide SPD) in die Bürgerschaft. Diesmal vertritt nur eine Person aus der CDU die Elbvororte: Karin Prien ist wieder dabei, Wolfhard Ploog nicht.
Die FDP in den Elbvororten wird in der Bürgerschaft wieder von Katja Suding vertreten, die Grünen von Filiz Demirel. Der parteilose Walter Scheuerl schafft es diesmal nicht in die Bürgerschaft. Dafür rückt ein neuer Kandidat aus den Elbvororten über die Landesliste in die Bürgerschaft: Bernd Baumann von der AfD.

Was Kandidaten zum
Wahlausgang sagen :

„Wir werden nicht um jeden Preis koalieren“, sagt Filiz Demirel, die den Wahlabend auf einer Party im „Knust“ hat ausklingen lassen. „Das hängt davon ab, wie stark unsere Themen von der SPD berücksichtigt werden.“
„Ich werde wieder für den Fraktionsvorsitz kandidieren“, erklärt Katja Suding, die bis weit nach Mitternacht in der Schanze gefeiert hat.
„Wir sehen den Einzug der AfD als großen Erfolg“, so Bernd Baumann. „Ich bin stolz auf unsere junge Partei.“

Welche Auswirkungen das
Ergebnis auf den Bezirk hat

Bisher bestimmten wechselnde Mehrheiten die Entscheidungen in der Bezirksversammlung in Altona. Quer durch die Fraktionen stimmten gern auch mal die Linke, CDU und Grüne gegen die SPD. Mehr und öfter als dieser lieb war. Zurückhaltend nennt SPD-Fraktionschef diese Art der kommunalen Problemlösung „ziemlich unzuverlässig“ und setzt darauf, dass nun eventuell „die Zusammenarbeit in der Bezirksversammlung einen anderen Charakter haben wird“. Bis jetzt sei dort ja abgestimmt worden unter dem Motto: „Der Senat ist doof.“ Was er meint: Wenn im Senat die Grünen mit der SPD regieren, können die Grünen in Altona schlecht weiter mal mit der Linken, mal mit der CDU gemeinsame Sache gegen die SPD machen. Deutlich wird: Kommt eine rot-grüne Koalition in Hamburg zustande, plädiert Adrian für die gleichen ordentlichen Verhältnisse in Altona.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.