SPD-Fraktion gegen Fracking in Hamburg! Anne Krischok: Altona ist von laufenden Erkundungen nicht betroffen!

Exxon Mobil erkundet derzeit aufgrund einer Erlaubnis nach Bundesbergbaurecht in Harburg und Bergedorf die Bodenvorkommen, um dort das umstrittene Fracking-Verfahren durchzuführen. Die SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Anne Krischok, Vorsitzende des Umweltausschusses, lehnt diese Technik ab: "Wir haben hinsichtlich der Umweltauswirkungen erhebliche Bedenken gegen diese Technologie. Niemand kann glaubwürdig ausschließen, dass Fracking – also das Einpressen von Wasser mit Chemikalien zur Aufbrechen von Gesteinsschichten - keine Beeinträchtigungen für Grundwasser oder Gesundheit von Mensch und Tier birgt. Die eingesetzten Chemikalien sind gesundheits- und umweltgefährdend. In Gebieten, wo Trinkwasser gewonnen wird - wie im Hamburger Süden - wäre Fracking unverantwortlich."

Mit Blick auf das derzeit laufende Fracking-Erkundungsverfahren im Hamburger Süden will die SPD-Fraktion eine Sachverständigenanhörung im Umweltausschuss erreichen. „Dadurch wollen wir uns gründlich informieren und auch Kollegen anderer Fraktionen überzeugen, sich dieser Ablehnung anzuschließen“ erläutert Anne Krischok das Vorhaben. „Zu dieser Anhörung werde ich auch die Öffentlichkeit einladen. Es ist ein hochspannendes Thema“ führt die SPD-Umweltpolitikerin aus.

Erleichternd dürfte für die Menschen in Altona zunächst sein, dass dieses Verfahren in den Vierlanden vermeintlich weit weg ist. Aber betroffen sind die Altonaer indirekt doch, weil hier im schlimmsten Fall die Trinkwasserversorgung Hamburgs beeinträchtigt sein könnte. Anne Krischok bekräftigt: „Es dürfen keine Methoden zur Gewinnung von Erdgas eingesetzt werden, wenn Gefahr für die Trink- und Grundwasserqualität besteht. Ohne umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung kann nichts gehen - und in Wasserschutzgebieten schon gar nicht!"

Zum Hintergrund:

Bei der konventionellen Gasförderung findet sich das Gas in einem grobporigen Gestein und kann nach oben entweichen, sobald es angebohrt wird. Bei der unkonventionellen Gasförderung mittels Fracking befindet sich das Gas in sehr feinporigem Material und ist dadurch gebunden; es steigt nicht einfach auf. Daher muss das Gestein, Schiefer oder Kohleflöz aufgebrochen werden. Erdgasförderung im Kohleflöz und Schiefer findet in Deutschland bisher nicht statt. Es handelt sich allesamt um Erkundungsbohrungen.

Sozialdemokraten und Grüne haben sich in den Ländern Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gegen Fracking ausgesprochen. Auch der Bundesrat hat am 1. Februar 2013 - mit den Stimmen Hamburgs - gegen Fracking votiert. Die SPD-Bundestagsfraktion hat die Bundesregierung mit einem Antrag aufgefordert, das Einbringen von umweltoxischen oder gesundheitsgefährdenden Substanzen zur Erschließung von unkonventionellem Erdgas abzulehnen. Diesem Antrag ist die Regierungsmehrheit von CDU, CSU und FDP nicht gefolgt. Alle Bundestagsabgeordneten der Hamburger CDU – also auch der Altonaer CDU-Bundestagsabgeordneter Marcus Weinberg – haben in der namentlichen Abstimmung gegen den SPD-Antrag gestimmt.
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Anne Krischok aus Rissen | 04.04.2013 | 11:29  
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