Elbfähre nach Blankenese – neuer Anlauf mit mehr Erfolg?

Dort von links nach rechts: Frank Wiesner, MdHB (SPD), Verkehrsplaner Anne Krischok, MdHB (SPD), Wahlkreisabgeordnete für den Hamburger Westen Fritz J. Kröger (langjähriges Vorstandsmitglied der HADAG, Autor des Buches „125 Jahre HADAG“ sowie Prof. Dr. Jürgen Weber (Vorsitzender des Blankeneser Bürgervereins
Anne Krischok (SPD): „Für die Realisierung der Elbfähre sind noch dicke Bretter zu bohren. Jetzt sollte der Bedarf mit belastbaren Zahlen ermittelt werden.“

Das Thema „Elbfähre“ bewegt den Hamburger Westen: Das wurde wieder deutlich in der Informationsveranstaltung der SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Anne Krischok. Auch wenn die Hamburgische Bürgerschaft bisher - aus Kostengründen - mehrheitlich skeptisch ist, ob eine Elbfähre wieder eingeführt werden soll, will sich Anne Krischok als Wahlkreisabgeordnete für den Hamburger Westen damit nicht zufrieden geben. Sie will Möglichkeiten ausloten, ob und wie eine Fährverbindung nach Blankenese mittelfristig wieder ermöglicht wird, die der CDU-Senat im Jahr 2005 wegen zu geringem Fahrgastaufkommen und dem Verweis auf die vorhandenen S-Bahn und Busanbindung ersatzlos abgeschafft hatte.

Für die Diskussion hatte Anne Krischok drei Gastreferenten eingeladen: Prof. Dr. Jürgen Weber, 1. Vorsitzender des Blankeneser Bürgervereins, Fritz J. Kröger, ehemaliges Mitglied im Vorstand der HADAG und Autor des Buches „125 Jahre HADAG“ und Frank Wiesner, SPD-Bürgerschaftsabgeordneter und hauptberuflich Verkehrsplaner.

Bei der Veranstaltung kam es zu einer lebhaften Diskussion: Während Prof. Jürgen Weber für eine Wiederaufnahme einer Fährlinie zwischen Blankenese und den Landungsbrücken im HVV-Tarif plädierte, ging Fritz Kröger als langjähriges Vorstandsmitglied der HADAG davon aus, dass eine solche Fähre in Zeiten von Schuldenbremse und knapper Finanzmittel nur bei einer Vollkostendeckung zu realisieren sei und nicht im normalen HVV-Tarif. Die HADAG erhält bereits in diesem Jahr voraussichtlich 8,3 Millionen Euro zur Aufrechterhaltung des bisherigen Angebotes.

Herr Kröger regte darüber hinaus an, tagsüber die Fährlinie 62 zwischen Landungsbrücken und Finkenwerder auszudünnen und die dadurch freiwerdenden Schiffe auf der alten Linie nach Blankenese einzusetzen. Das stieß auf den Widerstand von Frank Wiesner, der nicht nur als SPD-Bürgerschaftsabgeordneter aus Harburg, sondern auch als hauptberuflicher Verkehrsplaner die Diskussion mit seinem Blick aus der südlichen Elbperspektive bereicherte. Er zeigte anhand verschiedener Rechenbeispielen auf, dass eine Fähre von oder nach Blankenese im Vergleich zur S-Bahn und dem Bus nicht immer eine Zeitersparnis bringt. Grund dafür sei auch die geltende Geschwindigkeitsregelung im Hamburger Hafengebiet: Schiffe dürfen hier aus Sicherheitsgründen (Schwimmer, Hobbysegler etc.) nicht schneller als 10 Knoten fahren.

Zu einer angeregten Diskussion kam es auch um den Begriff der „Daseinsvorsorge“. Fallen auch öffentliche Fähren hierunter? Kann man die Daseinsvorsorge auf Berufspendler reduzieren? Alle waren sich einig, dass eine Trennung von Hamburgern und auswärtigen Touristen wenig Sinn macht, weil die Fahrgäste sich äußerlich nicht unterscheiden und auf den Fähren zudem überhaupt nicht kontrolliert wird.

Einig waren sich die Referenten und die Zuhörer auch darin, dass mit einer Untersuchung der konkrete Bedarf diesseits und jenseits der Elbe in Hamburg und dem Hamburger Umland konkret erfasst werden sollte. „Es wäre gut, wenn z.B. die Hamburg Tourismus GmbH valide Daten ermitteln ließe, damit HADAG Betreiber für eine solche Fährlinie würde. Ggf. sollte ein privater Anbieter ausgeschrieben werden.“ So fasste die SPD-Politikerin Anne Krischok die Diskussion zusammen. „Schauen wir, was sich in den kommenden Wochen hier noch an Diskussionen entwickelt. Ich bleibe jedenfalls am Thema dran.“
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Heiner Fosseck aus Altona | 27.12.2014 | 11:20  
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