Die „Bergziege“ als Elektrobus – Bürgermeister Olaf Scholz weihte Hamburgs ersten Elektrobus in Blankenese ein

Die "Bergziege" als Hamburgs erster Elektrobus
Anne Krischok (SPD): Es wird ruhiger im Treppenviertel – und auf der Metrobuslinie 3 wird 2015 der Doppelgelenkbus elektrisch.

„Bergziege“ - so nennen die Anwohnerinnen und Anwohner liebevoll ihren Bus, der täglich vom S-Bahnhof Blankenese durch das Treppenviertel, an den Strandweg und über den Waseberg zurück zum Bahnhof fährt. Am gestrigen Mittwoch weihte Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz den neuen Elektrobus ein und nahm an der Premierenfahrt teil.

Die örtliche SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Anne Krischok nahm an der Veranstaltung teil und freut sich über diesen ersten Schritt zum emissionsfreien öffentlichen Personennahverkehr: „Das ambitionierte Ziel des Hamburger Senats ist, dass ab 2020 nur noch Busse unterwegs sein sollen, die keine Emissionen mehr erzeugen. Das ist ein wesentlicher Beitrag zur Luftreinhaltung auch vor dem Hintergrund, dass wir die Grenzwerten der Europäische Union einhalten“, erläutert Krischok, die in der Hamburgischen Bürgerschaft Vorsitzende des Umweltausschusses ist.

Dass sich Hamburg für seinen ersten Elektrobus ausgerechnet die Linie 48 ausgesucht hat, erklärt sich schnell: Die engen, kurvenreichen und steilen Gassen des Treppenviertels sind ein optimales Terrain, um den Elektrobus auf Herz und Nieren zu prüfen. Überzeugt er technisch hier, schafft er es überall. Und es wird bald weitere Premieren geben: „Im kommenden Jahr wird auf der Metrobuslinie 3 ein Doppelgelenkbus erstmals als Elektrobus fahren. Dieser ist leiser. Und weniger Abgase der Busse erhöhen die Luft- und Lebensqualität für Alle“, erläutert die Altonaer SPD-Umweltpolitikerin.

Zum Hintergrund:

Dieser unscheinbare Kleinbus (7,40 Meter Länge, 12 Sitz- und 27 Stehplätze) ist im Hamburger Nahverkehr eine Revolution. Es ist der erste rein batteriebetriebene und damit vollständig emissionsfreie Elektrobus in der Hansestadt. Seit heute fährt der innovative Neuling der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein AG (VHH) offiziell im Fahrgastverkehr als "Bergziege" auf der Linie 48 in Blankenese.

Der neuartige Elektro-Kleinbus stammt vom italienischen Hersteller Rampini aus der Nähe von Florenz, die elektrische Antriebstechnik kommt von Siemens. Das Fahrzeug hat fünf Litiumionen-Akkublöcke auf dem Dach, die den Bus mit einer Spannung von 650 Volt versorgen. Die Reichweite liegt laut VHH bei rund 100 Kilometern. Das reicht für die nur knapp fünf Kilometer lange Ringlinie durch das Blankeneser Treppenviertel locker aus. Trotz der bis zu 16 Prozent starken Steigungen verbraucht der Bus nach Angaben der VHH pro Tour nur rund drei Prozent Batterieleistung.

Aufgeladen werden die Akkus nach ca. jeder dritten Fahrt an einer Schnellladesäule am Blankeneser Bahnhof, wo die Linie startet und endet. Ein Ladevorgang dauert ca. 20 Minuten. Außerdem wird bei Bergabfahrten die gewonnene Bremsenergie in Strom umgewandelt und in die Akkus zurückgespeist. Nachts werden die Batterien zudem im VHH-Betriebshof in Schenefeld aufgeladen. Der Strom wird vom Ökostromanbieter Hamburg Energie bezogen.

Der Elektrobus schöpft die benötigte Energie aus einem Akkumulator, der sich auf dem Dach des Fahrzeugs befindet. Dieser sorgt dafür, dass die beim Fahrbetrieb freigesetzte Energie nicht sinnlos verpufft, sondern gespeichert und zum Anfahren wieder genutzt werden kann.
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