„Daueraufgabe Integration“ – Aufgabe für Politik, Gesellschaft und Migranten selbst

Von links nach rechts: Kazim Abaci, MdHB (SPD), Integrationspolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion Anne Krischok, MdHB (SPD), Wahlkreisabgeordnete für den Hamburger Westen Mohammed Nadeem, Islam- und Nahost-Experte
Migration ist eine Chance. Sie stellt Hamburg und uns Alle aber auch vor große Herausforderungen. Ende 2012 lebten rund 530.000 Menschen mit Migrationshintergrund in Hamburg, das sind 30 Prozent aller Einwohnerinnen und Einwohner: Allein diese Daten des Statistikamts Nord zeigen, welch große gesamtgesellschaftliche Aufgabe sich unter dem Begriff „Integration“ verbirgt.

Die SPD-Bürgerschaftsabgeordnete aus dem Wahlkreis 4, dem Hamburger Westen, hat zu diesem Thema zu einer Podiumsdiskussion in das Bürgerhaus Bornheide eingeladen. Ihre Podiumsgäste waren Kazim Abaci, MdHB, Sprecher für Integration der Hamburger SPD-Bürgerschaftsfraktion und Mohammed Nadeem, Islam- und Nahost-Experte. Beide führten zu Beginn in das Thema ein. Danach gab es ein Gespräch mit den Besuchern. Die Veranstaltung wurde moderiert von Frau Krischok, die in der Hamburgischen Bürgerschaft im Wahlkreis 4 u.a. die Stadtteile Iserbrook, Lurup und Osdorf vertritt.

Mohammed Nadeem stellte das Integrationskonzept der Stadt Hamburg vor und erläuterte, was alles zur Integration dazu gehört (Arbeit, Wohnen, Spielplätze, Freiraumgestaltung, Stadtentwicklung, ÖPNV etc.).

In der Diskussion wurde deutlich, dass neben der Stadt mit ihren verschiedenen Integrationsangeboten auch die Verbände, die sich in den letzten Jahrzehnten etabliert hatten, mehr praktische Informationsangebote bereitstellen könnten. „Einige Migranten sind (noch immer) mit der Vielfalt und Unübersichtlichkeit der Regeln und Vorschriften überfordert: Hier würden Hilfsangebote innerhalb der Community sicher vielen praktisch helfen können“, regt der Islamwissenschaftler Nadeem an.

Kazim Abaci, Integrationspolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion, betonte in der Diskussion, dass nach neusten Erhebungen der Bertelsmann-Stiftung Migranten aktuell mehr in die Sozialkassen einzahlen als für diese verwendet werden. „Unabhängig von allen Schwierigkeiten – und Integration ist für niemanden immer nur leicht: Die Stimmung in Hamburg ist deutlich integrationsfreundlicher als noch vor 10-15 Jahren“, so Abaci über die Stimmung in der Stadt.

Unter den Zuhörern wurde viel Verständnis für die Komplexität des Themas, aber dennoch die Erwartung geäußert, dass Integration auch eine Anstrengung und Aufgabe der Migranten selber sei. „Integration ist keine Einbahnstraße, sondern ein gegenseitiger Prozess“, resümierte die SPD-Politikerin Krischok. „Man muss sich immer wieder vergegenwärtigen, welch große Aufgabe hier geleistet wird – gerade hier am Osdorfer Born.“
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