Bürger und Umweltminister von Hamburg und Schleswig-Holstein diskutierten in Rissen die Energiewende

Jutta Blankau, Hamburgs Senatorin der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (Foto: Präsidailbüro der Behörde für Stadtentwicklung um Umwelt)
Globale Energiewende – lokale Umsetzung: Dieser Zweiklang prägte die Informationsveranstaltung der SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Anne Krischok (SPD), die von gut 250 interessierten Bürgerinnen und Bürgern in der Aula der Schule Iserbarg besucht wurde.

Alexander Porschke, Vorsitzender des NABU Hamburg, wies zu Beginn auf die globale Verantwortung der Industrieländer zur CO2-Einsparung hin und nahm Hamburg in die Pflicht. Mit der Hamburger Umweltsenatorin Jutta Blankau (SPD) und dem schleswig-holsteinischen Umweltminister Dr. Robert Habeck (Bündnis 90 / Die Grünen) stellten sich die für die Energiewende zuständigen Politiker aus Hamburg und Schleswig-Holstein den kritischen Fragen vor Ort. Hauke Wagner, Projektmanager bei Vattenfall, beantwortete konkrete technische Fragen zum Kraftwerksneubau.

Das Interesse vor Ort war breit gefächert: Neben Fragen zur Verbesserung der Energiepolitik, der Zusammenarbeit zwischen der Bundesregierung und den Bundesländern sowie um die Kooperation zwischen den beiden Nachbarländern bei der Energiewende ging es auch um das geplante Gas- Dampfturbinenkraftwerk (GuD) in Wedel. Auch Vertreter der örtlichen Bürgerinitiative waren anwesend und stellten Fragen zum GuD.

Anne Krischok, die als Vorsitzende im Umweltausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft die Hamburger Energiewende begleitet, betont: „Dass das neue Kraftwerk 250.000 Tonnen CO2 jährlich einspart, ist ein wichtiger Beitrag zum Hamburger Klimaschutz. Zudem wird durch dieses innovative Kraftwerk die Fernwärmeversorgung für bis zu 180.000 Haushalte im Hamburger Westen sichergestellt. Ich weiß, dass sich die Menschen über das Kraftwerk und die Energiewende nicht immer gut informiert fühlen; deshalb war mir diese Informationsveranstaltung sehr wichtig.“

Es gab kontroverse Diskussionen. In einigen Punkten waren sich die politisch Verantwortlichen aus Hamburg und Schleswig-Holstein mit den Vertretern des Umweltschutzes einig: Unbestritten ist, dass ein GuD generell ökologischer als ein Kohlekraftwerk ist. Diskutiert wurde auch, dass der BUND früher den Bau eines GuD-Kraftwerks gefordert hatte als es darum galt, die Moorburgtrasse zu verhindern. Auch von Interesse ist: Bei Überkapazitäten im Stromnetz wird erst Solarenergie, dann Windenergie und Strom aus Anlagen mit KWK (Kraft-Wäre-Kopplung) bevorrechtigt. Sprich: Das Kohlekraftwerk Moorburg würde als erstes abgestellt werden, aber nicht – wie befürchtet – die ökologisch sinnvolleren Windräder.

Robert Habeck warb als neugewählter schleswig-holsteinischer Umweltminister um Vertrauen in das Genehmigungsverfahren und nahm auch die Einwände der Bevölkerung mit. Hauke Wagner erläuterte technische Fragen zum GuD: So wird dieses nach derzeitigem Planungsstand die gleiche Leistung erbringen. Aber: Statt zwei wird noch mit einer Turbine geplant, die Emissionen verringern wird.
Das Fazit der Diskutanten war unterschiedlich: Alexander Porschke erwartet deutlich mehr Engagement von Hamburg beim Umwelt- und Klimaschutz. Robert Habeck forderte Vattenfall auf, beim GuD-Kraftwerk alle Bestimmungen einzuhalten – oder besser noch deutlich zu unterschreiten, während Jutta Blankau für das GuD-Kraftwerk und dessen ökologisch positive Auswirkung auf Hamburg CO2 -Bilanz hinwies. Anne Krischok verdeutlicht: „Mir war es wichtig, unterschiedliche Positionen auf dem Podium zu Wort kommen zu lassen“.

Bezüglich des GuD warten nun alle Beteiligten auf das Ergebnis des Genehmigungsverfahrens. Es bleibt also weiter spannend!
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4 Kommentare
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Benjamin Harders aus Blankenese | 02.03.2013 | 16:05  
68
Mirco Beisheim aus Altona | 03.03.2013 | 14:20  
1.251
Anne Krischok aus Rissen | 10.03.2013 | 22:10  
68
Mirco Beisheim aus Altona | 11.03.2013 | 11:53  
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