Bis zu 700 Prozent Nachtzuschlag: Spätes Landen wird für Fluggesellschaften immer unattraktiver

Anne Krischok und Frank Schmitt (beide SPD): „Die neue Entgeltverordnung des Flughafens ist ein richtiger Schritt zur Reduzierung des Fluglärms.“

„Je später desto teurer: Das ist die Leitlinie, mit der wir den im vergangenen Jahr beschlossenen 16Punkte-Plan gegen Fluglärm umsetzen. Die neue Entgeltverordnung am Flughafen ist ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zur Fluglärmreduzierung im Interesse der Anwohnerinnen und Anwohner“, freut sich die Umweltpolitikerin und SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Anne Krischok.
Die neue Entgeltverordnung tritt am 14. Juni 2017 in Kraft und sieht vor, dass spät startende und landende Flugzeuge ein erheblich höheres Entgelt als bisher zahlen müssen. Für die Zeit zwischen 22:00 bis 22.59 Uhr steigt der Zuschlag auf 150 Prozent, für Starts und Landungen zwischen 23:00 und 23:59 werden gestaffelt bis zu 550 Prozent fällig. Nach Mitternacht bis 5:59 Uhr erhöhen sich die Lärmzuschläge auf 700 Prozent.

„Damit spreizen wir die Entgelte zwischen den einzelnen Lärmklassen weiter und setzen so einen stärkeren Anreiz zum Einsatz lärmärmerer Maschinen. Dies steigert die Gebühren erheblich und bietet einen Anreiz, nicht mehr in diesen stark zuschlagpflichtigen Zeiten zu starten oder zu landen“, erläutert der Bürgerschaftsabgeordnete Frank Schmitt für den Wahlkreis 4.

Auch die regulären Lärmzuschläge werden verdoppelt. Durch die Einteilung in sieben Lärmklassen werden für lärmintensivere Flugzeuge erheblich höhere Entgelte fällig. Für ein Flugzeug der Lärmklasse 1 (bis 71,9 dB(A)) muss ab 14.06.2017 ein Lärmzuschlag von 11,00 Euro gezahlt werden, während für eine Maschine der Lärmklasse 7 (ab 87dB(A)) bereits 3.680,00 Euro fällig werden. Dies bietet einen Anreiz für die Fluggesellschaften, umweltschonendere und leisere Maschinen einzusetzen. Ein „normales“ Flugzeug, wie zum Beispiel der A320, zahlte bisher bei Start und Landung am Tag insgesamt 2.823,00 Euro an Entgelt, nun sind es 2.999,00 Euro. Dies ist eine Steigerung um 6 Prozent. Wenn diese Maschine nach 23:00 Uhr landet und nach 06:00 Uhr startet, werden ab 14.06.2017 4.531,00 Euro fällig statt bisher 3.578,00 Euro.

Seit 2013 nutzen Fluggesellschaften zunehmend das umstrittene „Flachstartverfahren“, bei dem die erste Reduzierung des Schubs (Cut-Back) schon bei 1000 Fuß (300 m) statt wie vorher bei 1.500 Fuß (500 m) vorgenommen wird. Um das zu ändern, wurde kürzlich die Empfehlung, auf das Flachstartverfahren zu verzichten, in das Luftfahrthandbuch aufgenommen. Die Fluggesellschaften sollen motiviert werden, zum vorherigen Verfahren zurückzukehren.

„Mit höheren Gebühren wird der Fluglärm weiter reduziert. Damit setzen wir das Versprechen aus dem 16-Punkte-Plan Schritt-für Schritt um. Die Entgeltpolitik mit erhöhten Gebühren – gerade auch in den Nachtstunden – sind gute Hebel und Anreize für die Fluggesellschaften zur Lärmreduzierung. Wir werden uns dennoch sehr genau anschauen, wie die Wirkungen sind, um zum Schutze der Anwohnerinnen und Anwohner ggf. weitere Maßnahmen zu initiieren“, betonten Anne Krischok und Frank Schmitt.
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
46
BAW | Bürgerinitiative für Fluglärmschutz in Hamburg und Schleswig-Holstein aus Eimsbüttel | 13.05.2017 | 18:58  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.