Aufbruch in emissionsfreie Mobilität nicht den Konzernen überlassen

SPD-Umweltexpertin Anne Krischok: „Hamburg macht vor, was auch jetzt schon machbar ist.“


Wer die Diskussionen auf der Bundesebene, vor allem zwischen den potentiellen Jamaika-Koalitionspartnern, mitverfolgt, bekommt den Eindruck, als sei nachhaltige, emissionsfreie Mobilität nur unter großem Aufwand erreichbar. Sicher werden wir alleine durch die schwindenden Ölvorräte erleben, dass sich neue Technologien etablieren werden, mit denen wir uns fortbewegen. Aber vor allem, weil die Abgase der traditionellen Verkehrsmittel die Veränderungen des Klimas mit ausgelöst haben und weiter verstärken, durch die vielen Menschen auf der Welt die Lebensgrundlage vernichtet wird, müssen neue Wege gefunden werden.

Aber der Anschein, dass dies nur mit von Konzernen gesteuerten Großprojekten ginge, ist falsch, findet die SPD-Abgeordnete Anne Krischok. „Wir zeigen doch in Hamburg seit Jahren erfolgreich, dass auch jetzt schon viele kleine Bausteine ineinandergefügt werden können, mit denen wir in einer Metropole viele Abgase einsparen“, erklärt die Umweltpolitikerin. Dazu gehören für sie auf der einen Seite, dass der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) attraktiv gemacht wird. „Die steigenden Fahrgastzahlen des HVV zeigen, wie gut das in Hamburg gelingt“, freut sich Krischok. „Die Umweltbilanz von Bus und Bahn ist immer besser als die von einzelnen Autos. Und wenn wir jetzt auch das ehrgeizige Ziel angehen, bis 2020 nur noch emissionsfreie Busse zu beschaffen, wird diese Bilanz noch besser ausfallen.“

Dabei ginge es nicht nur um die Busse alleine, sondern auch darum, eine komplette Infrastruktur darum herum aufzubauen. Elektrobusse beispielsweise benötigten eine ausgeklügelte Ladetechnik und –strategie. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Dieselfahrzeugen ist eine schnelle Betankung nämlich nicht ohne weiteres möglich. Noch dazu benötigen die Busbetriebshöfe eine völlig neu konzipierte Versorgung mit Stromleitungen. „Zum Teil müssen dafür nicht nur neue Gebäude errichtet werden, sondern ganze Bebauungspläne geändert werden“, beschreibt Krischok die Herausforderung. „Aber wir zeigen
gerade allen Skeptikern, dass es möglich ist.“ Nicht zuletzt habe der Hamburger Hafen es vorgemacht, wie es geht. Hier wird seit einigen Jahren ein ganzes Containerterminal mit Elektrofahrzeugen betrieben. „Da haben auch vorher viele gesagt: Das geht nicht. Und jetzt zeigt sich, dass es bei guter Planung am Ende für den Betreiber sogar wirtschaftlich günstiger sein kann.“

Dazu gehören auch die Ladestationen für private Elektroautos und die batteriebetriebenen Mietwagen, die immer mehr zur Normalität im Stadtbild werden. Und die mittlerweile an vielen Standorten schon lange etablierten Fahrradstationen runden die Palette ab.

„Die Stadt Hamburg zeigt, was jetzt schon möglich ist. Man muss es nur wollen und engagiert vorantreiben“, fasst Krischok zusammen.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.