Schulden, Sex und Scham

Die drei Schauspieler der knapp 90-minütigen Bühnenfassung von Thomas Melles „3.000 Euro“ beeindrucken: Marie Jung als Denise, Patrick Bartsch als Anton und Sandra Flubacher als Erzählerin sowie in zahlreichen weiteren Rollen (v. l.). Foto: Krafft Angerer
Hamburg: Thalia in der Gaußstraße |

„3.000 Euro“: Thomas Melles Roman als Theaterstück im Thalia in der Gaußstraße – Karten zu gewinnen

René Dan, Ottensen

Regungslos steht der Mann auf der Bühne, den Blick starr geradeaus gerichtet. Er hat jede Hoffnung verloren. Zu erdrü-ckend seine Schuldenlast: „3.000 Euro“ – die Höhe von Antons Verbindlichkeiten gegenüber seiner Bank ist auch der Titel von Thomas Melles Roman. Das mit dem „Kunstpreis Berlin 2015“ ausgezeichnete Werk hat Regisseurin Julia Jost im Thalia in der Gaußstraße jetzt inszeniert – das Wochenblatt verlost drei mal zwei Karten für die Vorstellung am Sonntag, 5. Juni.

Vom Jura-Studenten zum Obdachlosen

Zu Füßen eines riesigen, teils zerrupften Schwans, der die Augen schließt und scheinbar im Sterben liegt, so das Bühnenbild, lernen sich Anton (Patrick Bartsch) und Denise (Marie Jung) kennen. Der frühere Jura-Student lebt nach zahllosen Alkohol-Eskapaden in einem Obdachlosen-Heim. Die Kassiererin eines Supermarktes findet Gefallen am kauzigen Typen, der bei ihr Leergutbons einlöst und Fastfood kauft. Allmählich kommen sich die beiden näher.

Ex-Pornodarstellerin fürchtet, erkannt zu werden

„Denise hat in einem Porno mitgespielt“, sagt unvermittelt eine Frau mit harter Stimme: die Erzählerin (Sandra Flubacher) des Stücks, die – wie einst der Chor im antiken Theater – Hintergründe erklärt und manchmal sogar beklagt.
Denise befürchtet, von ihrer kurzen Episode als Porno-Darstellerin eingeholt und von Männern im Supermarkt oder auf der Straße erkannt zu werden.
Denise werden 3.200 Euro Gage aus der Sexarbeit vorenthalten. Geld, mit dem die überforderte Mutter eines sechsjährigen Mädchens gerne einmal nach New York fliegen würde. Um den Lohn zu bekommen, lässt sich Denise auf einen weiteren Dreh ein mit dem schmierigen Schmuddelfilm-Produzenten (Sandra Flubacher in einer ihrer vielen Rollen). Als das Geld dann endlich überwiesen wird, verschweigt sie dies Anton, der seinen Prozess gegen die Bank verloren hat.
Wie hatte Anton Denise zuvor in einem vertrauten Moment gesagt? In Kneipen singe er Lieder über „Leute wie dich und mich – am Rand.“ Doch an den Außengrenzen der Gesellschaft vermag nicht jeder zu überleben.
Wer eine beeindruckende Inszenierung kostenlos sehen möchte, sendet bis Montag, 16. Mai, eine Postkarte mit Absender und Telefonnummer an: Elbe Wochenblatt, Stichwort „3.000 Euro“, Harburger Rathausstraße 40, 21073 Hamburg. Oder per E-Mail, mit dem Betreff „Gewinne: 3.000 Euro“, an die Adresse post@wochenblatt-redaktion.de.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

3.000 Euro

im Thalia in der Gaußstraße, Gaußstraße 190, am Sonnabend, 4. Juni, um 20 Uhr, und am Sonntag, 5. Juni, um 19 Uhr. Karten für 22 –
ermäßigt zehn – Euro auf ❱❱ www.thalia-theater.de und unter Tel. 32 81 44 44.
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