Wird La Cantina geschlossen?

In der Lehrküche von La Cantina sind derzeit 15 Ein-Euro-Kräfte beschäftigt, um sich für den Wiedereinstieg ins Berufsleben zu qualifizieren. Zweimal täglich wird hier ein günstiges Mittag-essen für Bedürftige ausgegeben, Normalverdiener können über ein „Förderabo“ speisen. (Foto: rs)
Hamburg: La Cantina |

Bangen um Ein-Euro-Stellen. Lehrküche ist gefährdet.

Von Reinhard Schwarz. Wie gefährdet ist La Cantina in Ottensen? Das Projekt im Hohenesch mit dem Träger KoALA ist eine Lehrküche für Langzeitarbeitslose. Zweimal pro Tag wird dort Essen ausgegeben: Mittags gibt es ein vergüns-tigtes Menü zum Preis von drei Euro für Menschen mit wenig Geld. Nachmittags bietet die Suppenküche ein Essen für Bedürftige an, die eine Schutzgebühr von unter einem Euro zahlen. Normalverdiener können zudem über ein „Förderabo“ zum Preis von vier Euro pro Essen dort speisen. Doch wie lange noch?
Bei La Cantina arbeiten derzeit 15 Menschen als Ein-Euro-Kräfte. Bundesweit soll nun die Zahl der Ein-Euro-Kräfte gesenkt werden. In Hamburg sind für 2012 nur noch 3.900 sogenannte Arbeitsgelegenheiten vorgesehen, in 2010 waren es noch 9.000. Derzeit sind es in Hamburg noch 6.150 Ein-Euro-Jobber, die bei zahlreichen Beschäftigungsträgern zehn Monate lang den Wiedereinstieg ins Berufsleben üben sollen.
„Wir haben uns bei der team.arbeit.Hamburg beworben“, erklärte KoALA-Geschäftsführerin Marlies Strehlow. Der Beschäftigungsträger ist auf die Fallpauschalen für die Arbeitsgelegenheiten angewiesen, um einen fest angestellten Koch, eine Sozialpädagogin, eine 400-Euro-Allround-Kraft und die Miete für die La Cantina-Räume zu bezahlen. Doch auch andere Beschäftigungsträger im Bezirk kämpfen um die Ein-Euro-Jobber, wie etwa Nutzmüll in Bahrenfeld oder der Stadtteiltreff BÖV 38 in Lurup. Letztendlich entscheidet der Bezirk über die Anzahl der Arbeitsgelegenheiten pro Bewerber.
Unterstützung durch die Politik ist da. „Wir haben immer gesagt, dass die Arbeit der Träger für uns wichtig ist“, erklärte Altonas SPD-Vorsitzende Melanie Schlotzhauer. Auch Andreas Grutzek (CDU) macht sich stark für die Stadtteilküche: „La Cantina hilft im Stadtteil durch das Angebot eines preisgünstigen Mittagessens.“
Doch die Luft für die Beschäftigungsträger wird immer dünner, der zu verteilende Kuchen kleiner. So werden dem Bezirk Altona laut Beate Chmielewski, Sprecherin vom Jobcenter team.arbeit.Hamburg, lediglich 415 Stellen zugeteilt, um die sich alle Träger im Bezirk bewerben. Und allein KoALA hat für unterschiedliche Projekte 350 Stellen beantragt.
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