„Wir wollen keine Plastikwelt“

Lebensmittel ohne Verpackung anbieten – das ist das Ziel von Christiane Bors (34, v. l.), Sonja Schelbach (40) und Insa Dehne (33). Foto: cvs

„Stückgut“: In Ottensen will der erste Unverpackt-Laden Hamburgs eröffnen

Von Christopher von Savigny. Olivenöl aus dem Kanister, Nudeln und Reis aus dem praktischen Spender: Eine Handvoll (vorwiegend ökologisch orientierter) Geschäfte in Hamburg hat bereits verpa-ckungsfreie Lebensmittel im Angebot. Jetzt möchte in Altona der erste, komplette „Unverpa-ckt-Laden“ der Hansestadt seine Pforten öffnen. „Wir wollen erreichen, dass unsere Kunden zuhause wirklich gar nichts mehr in die Tonne schmeißen müssen“, sagt Sonja Schelbach (40), künftige Geschäftsführerin von „Stückgut“.
Das Sortiment von „Stückgut“ umfasst sowohl Dinge des täglichen Bedarfs wie Obst, Brot, Gemüse, Molkereiprodukte und Grundnahrungsmittel, als auch Haushaltswaren und Hygieneartikel. Kunden bringen ihre eigenen Behälter – Glas, Schachtel, Beutel, Tüte – selbst mit, wiegen diese vorher und befüllen sie mit der gewünschten Ware. Für flüssige Produkte wie Olivenöl oder Seife stehen spezielle Spenderflaschen zur Verfügung. Gehandelt werden nach Möglichkeit regionale und biologisch produzierte Lebensmittel. Wer Mitglied der Initiative wird, soll gegen einen regelmäßigen Monatsbeitrag vergünstigt einkaufen können.

Rosinen im Glas, Milch in der Flasche

Alle vier Mitstreiter haben sich erst über das Projekt kennengelernt, das vor rund eineinhalb Jahren begann. „Mich hat es immer wahnsinnig gestört, dass im Supermarkt selbst die Gurken noch eingeschweißt sind“, sagt Insa Dehne (33), studierte Betriebswirtin und bei „Stückgut“ für die Auswahl der Lieferanten zuständig. „Müll vermeiden ist Umwelt- und Ressorcenschutz. Mit einem Unverpackt-Laden können wir es vielen Menschen ermöglichen, einen kleinen Beitrag dazu zu leisten“, findet Schelbach, die für das Projekt eine Stelle „für ressourcenfreundliches Bauen“ an der HafenCity Uni aufgegeben hat. Die beiden noch fehlenden Kollegen sind ebenfalls ökologisch vorgebildet: Christiane Bors (34) betreibt ein veganes Bed&Breakfast, Dominik Lorenzen (38) ist Unternehmer und engagiert sich bei den Grünen.
Was dem Quartett zum Glück noch fehlt, ist eine geeignete, bezahlbare Ladenfläche. Noch bis Mitte Oktober läuft eine Crowdfunding-Aktion. Infos unter
❱❱ www.stueckgut-hamburg.de
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