Wenn Hühner Geburtstag feiern

Für die Kinder ist der Hühnerhof in Ottensen die Attraktion. Das Großstadt-Federvieh hat gelernt, allzu ungestümen Annäherungsversuchen auszuweichen. (Foto: rs)
Hamburg: Motte Hühnerhof | von Reinhard Schwarz
Davon träumen die Kolleginnen in der Legebatterie: Huhn in Ottensen zu sein. Denn im Hühnerhof des Stadtteilkulturzentrums „Motte“ lebt es sich angenehmer als in der Eierfabrik. Rund ein Dutzend Hühner plus Hahn haben es dort richtig gut. Am Sonnabend gab es dort sogar eine Party für Hühner und Menschen: Der Hühnerhof wurde 25 Jahre alt. Neben Kaffee, Kuchen, viel Musik und einem bunten Kinderprogramm gab es, passend zum Jubiläum, Spiegeleier.
Dabei entstand der Hühnerhof eher aus einer Laune heraus, erzählte Mitgründer Paul Pauksch, damals Sozialpädagoge im Anerkennungsjahr, heute einer der beiden Chefs der Altonale: „Hühner sind eben einfach super. In Hittfeld, wo ich herkomme, hatten wir noch Hühner und Schweine. Der Hühnerstall hier in Ottensen bietet Kindern die Möglichkeit, Tiere, die es sonst nur auf dem Land gibt, zu sehen und anzufassen.“
Betreut wird das Federvieh von Ehrenamtlichen; die meisten von ihnen wohnen direkt nebenan in der Rothestraße. Zu ihnen gehört auch Gründungsmitglied Hermann Weyland, der die Pflichten der Ehrenamtlichen erläutert: „Der Stall muss sauber gehalten werden, die Tier müssen gepflegt und gefüttert sowie regelmäßig gegen Parasiten behandelt werden. Und man muss auch ein bisschen Liebe zu Tieren haben.“
Für die Kinder aus dem Stadtteil ist der Hühnerhof die Attraktion. Denn wo sieht man schon mal lebende Hühner, außer bei Ferien auf dem Bauernhof? Auch Lotte (7) ist begeistert, trägt Huhn „Roserot“ auf dem Arm. „Wir kommen häufiger vorbei und zeigen den Kindern den Hühnerhof. Die Kinder dürfen die Hühner auch anfassen“, sagt Susanne Frank, Lottes Mutter.
Die gefiederten Eierproduzenten lassen die Liebkosungen der Kinder meist klaglos über sich ergehen, flüchten aber vor allzu ungestümen Annäherungen. Allerdings währt auch ein Hühnerleben in Ottensen nicht ewig, zerstört Pauksch einige Illusionen: „Die Hühner landen irgendwann im Suppentopf.“
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