Tempo 30: Anwohner lassen nicht locker

Ecke Wittland: Hier fuhr ein Autofahrer eine Schülerin an und flüchtete.

Verkehrsbehörde soll Drosselung am Sülldorfer Kirchenweg erneut prüfen - Unfallfahrer weiter flüchtig

Jakob Drechsler, Sülldorf
Ein Unfall sorgte vergangene Woche über die Grenzen der Elbvororte hinaus für Schlagzeilen: Eine 14 Jahre alte Schülerin des Marion-Dönhoff-Gymnasiums wurde auf dem Nachhauseweg mit ihrem Fahrrad von einem Mercedes angefahren, als sie den Sülldorfer Kirchenweg auf Höhe Wittland überqueren wollte. Der Autofahrer flüchtete und ließ das schwer verletzte Mädchen einfach liegen. Ein Vorfall, der nicht zuletzt die Debatte über die Geschwindigkeitsreduzierung im Sülldorfer Kirchenweg neu anschieben könnte.
Wenige Tage zuvor stand just die Überplanung des Sülldorfer Kirchenwegs auf der Agenda der Bezirksversammlung - mal wieder. Hauptthema dabei: Die Einführung einer Tempo-30-Zone für den kompletten 2,1 Kilometer langen Straßenzug. zwischen Blankenese und Sülldorf. Diese Forderung des Verkehrsausschusses lehnt die Verkehrsbehörde bislang ab. Begründung: Der Metrobus 1 soll den Kirchenweg möglichst ohne Verzögerung passieren. Schließlich habe der Senat sich die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs auf die Fahne geschrieben.
Ein Argument, das die Bürgerinitiative Sülldorfer Kirchenweg so nicht nachvollziehen kann. Bei durchgängig Tempo 30 würde ein Bus auf einem Kilometer rund 40 Sekunden einbüßen, rechnet Anwohner Wulf Menzel vor. „Aber was ist das gegen die Sicherheit der vielen Kinder, die hier unterwegs sind?“ Neben den Schülern und Kindergartenkindern gelte es auch, die Sport treibende Jugend zu schützen.
Den jüngsten Unfall möchte die Initiative zwar keineswegs für ihre Zwecke ausnutzen, einen Zusammenhang mit ihren Forderungen aber wiederum auch nicht leugnen. „Bei einer Tempo-30-Regelung hätte sich der Mercedes-Fahrer an die Geschwindigkeit halten müssen", sagt Mitglied Wolfgang Zetsche. Gehör gefunden haben die besorgten Anwohner längst in der Altonaer Bezirksversammlung. Deren Fraktionen haben die Verkehrsbehörde jetzt geschlossen beauftragt, die Einführung einer Tempo-30-Zone erneut zu prüfen - und dabei auch die Möglichkeit von Vorfahrtsschildern für den Busverkehr zu berücksichtigen. Die Behörde hat bereits zugesichert, auf den Beschluss der Bezirkspolitiker „kurzfristig reagieren“ zu wollen.
Länger könnte es indes dauern, bis der Unfall an der Ecke Wittland aufgeklärt ist. Der Fahrer konnte noch nicht ermittelt werden. „Der Halter ist noch im Ausland, er war es aber definitiv nicht”, sagt Polizeisprecherin Karina Sadowsky.
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