Streit um Parkplätze

Keine Parkplätze mehr: Anwohner Heiko Hollander weiß nicht, wo er künftig seinen Wagen abstellen soll. Foto: cvs

Behringstraße: Bezirk lässt Bügel und Poller aufstellen

Von Christopher von Savigny. Holzpoller und Stahlbügel statt Parkplätzen: An der Nordseite der Behringstraße – zwischen den Kreuzungen Hohenzollernring und Griegstraße – kann seit Anfang des Jahres nicht mehr geparkt werden. Autofahrer hatten den baumbestandenen Streifen zwischen Radweg und Straße zuvor regelmäßig genutzt, um ihren Wagen abzustellen. „Ich habe einen kleinen Transporter, der dort immer super hingepasst hat“, ärgert sich Anwohner Heiko Hollander. „Jetzt ist es schwierig, überhaupt einen Parkplatz zu finden. Besonders abends muss man sehr lange suchen. Ich verstehe nicht, warum die diese Parkmöglichkeit unterbunden wurde. Selbst, wenn ein Auto dastand, war immer noch reichlich Platz zum Radweg hin!“
Hintergrund für die Maßnahme ist tatsächlich der parallel verlaufende Fahrradweg: Autofahrer hätten ihre Fahrzeuge „regelhaft unzulässig“ abgestellt, heißt es in einer entsprechenden Anordnung der Straßenverkehrsbehörde. „Dabei wird am und auf dem Radweg geparkt. Der Radverkehr muss auf den Gehweg ausweichen.“ Schon Anfang 2014 hatte die Polizei das Parken zwischen den Bäumen verboten, indem sie die kleinen blauen Parkplatzschilder entfernte. Daran hatte sich offenbar kaum jemand gehalten, sodass man sich jetzt gezwungen sah, härter durchzugreifen.
Ebenfalls eine Rolle scheinen die alten Bäume zu spielen, deren Wurzeln durch die Poller geschützt werden sollen. Als Folge der Maßnahme entfallen auf einer Länge von rund 550 Metern etwa 25 bis 30 Stellplätze. Auch auf der gegenüberliegenden Straßenseite – in Höhe der Hausnummern 55 und 57 – hatte das Bezirksamt Stahlbügel aufstellen lassen, um das Parken zu verhindern.

Was passiert, wenn an der Griegstraße gebaut wird?

Insbesondere vor dem Hintergrund künftiger Wohnungsbauprojekte – etwa auf dem Kolbenhof- und dem Hermes-Gelände sowie bei Altona 93 in der Griegstraße – fürchten Anwohner nun, dass sich die Parkplatzsituation weiter verschärfen könnte. Schließlich seien Bauherren laut Hamburger Bauordnung (Paragraf 48, Absatz 1a) neuerdings nicht mehr in der Pflicht, selbst für Kfz-Stellplätze zu sorgen. Muss sich Bahrenfeld jetzt auf ein Parkplatz-Chaos einstellen?
Das Bezirksamt wiegelt ab: „Momentan ist nicht absehbar, ob die potenziellen Bauherren nicht vielleicht doch in ihren Bauprojekten für eine entsprechende Anzahl von Parkmöglichkeiten im Rahmen ihrer Projekte sorgen werden“, sagt Amtssprecher Martin Roehl.
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4 Kommentare
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Michael Zielinski aus Ottensen | 02.03.2016 | 11:41  
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Michael den Hoet aus Bahrenfeld | 02.03.2016 | 13:39  
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Björn Fischer aus Eimsbüttel | 05.03.2016 | 22:34  
6
Michael Reinhard. aus Ottensen | 12.03.2016 | 11:02  
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