So süß: Das Känguru-Baby aus Groß Flottbek

Solange er im Beutel sitzt, ist alles gut: Bei seiner Rückkehr nach Groß Flottbek durfte E.T. sogar gestreichelt werden.

Saskia und Biga Kruse retten den kleinen E.T., der von der Mutter verstoßen wurde

Jakob Drechsler, Groß Flottbek
Oh, wie süß!“ Die Reaktionen auf das kleine Knäuel, das da in einem Flottbeker Fitnessstudio auf dem Schoß von Biga Kruse liegt, wiederholen sich im Minutentakt. E.T. heißt das Baby, das mit seinen großen, schwarzen Knopfaugen immer mehr neugierige Blicke auf sich zieht. „Normalerweise sieht man ein Känguru-Baby während der Beutelzeit ja gar nicht, weil es eben im Beutel der Mutter ist", sagt Biga Kruse. Und wenn sich ein Junges doch einmal außerhalb des mütterlichen Schutzes befinde, sei dieses in den meisten Fällen bereits tot.
Vor diesem Schicksal hat die erfahrene Känguru-Pflegerin Kruse E.T. bewahrt – gemeinsam mit ihrer Tochter Saskia. Die war es, die Ende Juli dem Hilferuf eines Stralsunder Züchters folgte und das von der Mutter verstoßene Beuteltier in einer spontanen Nachtaktion zu sich nach Groß Flottbek holte. Nach der Zwischenstation im Hamburger Westen brachte sie das Känguru-Baby zu ihrer Mutter nach Rheinland-Pfalz. Dort wird E.T. jetzt so lange aufgepäppelt, bis die eigentliche Beutelzeit vorbei wäre. Das dürfte spätestens im Mai der Fall sein – wann genau E.T. im Beutel seiner leiblichen Mutter geschlüpft ist, kann bislang nur gemutmaßt werden.
Erst einmal trägt Biga Kruse den putzigen Nager in einem Stoffbeutel umher. „Da fühlt er sich richtig wohl“, sagt die Ersatzmama, für die die Fürsorge mitunter ganz schön anstrengend werden kann: „Alle zwei Stunden muss er gefüttert werden.“ Anschließend folgt eine aufwendige Stimulation, bis sich das Parma-Känguru vollständig erleichtert hat.
Doch die wiederkehrende Prozedur lohnt sich – von anfänglich 145 Gramm hat sich E.T. mittlerweile auf ein gutes Kilogramm herangefuttert. Auch ein Fell ist dem Känguru inzwischen gewachsen. Das war direkt nach dem Rauswurf der Mutter noch anders. „Er war ganz hässlich und nackt”, sagt Saskia Kruse, „so wie E.T. eben.” Und das possierliche Tier ist auf dem besten Wege, sich einen ähnlich großen Namen zu machen wie die berühmte Science-Fiction-Figur aus den 80er Jahren. Über die tierische Sensation, die von Flottbek aus ihren Lauf nahm, berichteten neben der New York Times unter anderen mehrere japanische Zeitungen. Auch zu Stefan Raabs „TV Total“ hat es der kleine Nager bereits geschafft.
Für die Zeit nach E.T.s kurzfristiger Hamburg-Rückkehr hat Biga Kruse schon genaue Pläne: „Wir wollen ihm zwei Weibchen aus Amerika besorgen.“ Nach Australien muss das Parma-Känguru jedenfalls nicht zwangsläufig gebracht werden. Denn was viele nicht vermuten dürften: Den Tieren kann auch der deutsche Winter nichts anhaben. Das Außengehege bei Biga Kruse steht jedenfalls schon bereit - beste Aussichten also, dass E.T. die Lebenserwartung von zehn Jahren erfüllt. Und in dieser Zeit auch noch einmal seiner Hamburger „Heimat“ einen Besuch abstattet.
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