Postbank hatte es eilig: Filiale früher dicht

Geschlossen bis zum St. Nimmerleinstag: Diesen Zettel hatten Kunden am 30. Dezember am Piependreiherweg vor Augen. (Foto: mg)
Hamburg: Post |

Geldautomaten wurden rausgeschafft: Entgegen aller Beteuerungen standen Kunden vor verschlossenen Türen

Von Matthias Greulich, Ottensen

Wer am letzten Werktag des Jahres 2016 in Ottensen ein Paket abgeben wollte, hat Pech gehabt. Ursprünglich hatte Betreiber Postbank versprochen, die Filiale am Piependreiherweg bis einschließlich 30. Dezember geöffnet zu halten, ehe sie komplett schließt (das Elbe Wochenblatt berichtete). Aber dieses Versprechen hat die Postbank nicht gehalten.
Erneut sind es „betriebliche Gründe“, die auf einem schwarzweiß-gedruckten Zettel als Begründung genannt werden, warum sich die automatischen Türen an diesem Freitag nicht mehr öffnen werden.
„Ich bin erschüttert“, sagt Bärbel Buch und meint damit, dass sich die Automatiktür vor ihr nie mehr öffnen wird. Die Ottenserin erinnert sich: „Früher war diese Filiale an der Friedensallee. Sie war immer voller Kunden. Hier war es ebenfalls immer voll“, sagt Buch und schaut ein letztes Mal durch die Glastür, wo sich Männer an den Geldautomaten zu schaffen machen.

Geldautomat vor der Tür schon abgestellt


Heute wird die allgegenwärtige Leerformel der „betrieblichen Gründe“ damit erklärbar, dass die Postbank ihre Geräte aus dem Gebäude bringen will. Für diesen Zweck wartet bereits ein Lkw mit offener Ladefläche am Piependreiherweg.
Die nächste Postbank-Kundin, die umdrehen muss, ist Mirja Schumacher. Sie steckt ihre Karte in den Geldautomaten an der Vorderseite des Gebäudes, doch der Bildschirm des Gerätes bleibt schwarz. Seit 50 Jahren lebt sie in Ottensen, in der Post ist sie häufig gewesen. „In den Paketshops ist der Service nicht so gut wie in einer richtigen Filiale“, sagt sie. Beruflich bringt sie häufig größere Mengen an Briefen und Paketen zur Post. „In einem Shop musste ich mit 40 Paketen á 5,90 schon wieder umdrehen, weil man die bereits bezahlten Aufkleber aus Unwissenheit dort nicht akzeptierte.“
Außerdem funktioniere die Identitätsfeststellung für Geschäftskunden („Postident“) nur in einer Postfiliale, so Schumacher.
Im neuen Jahr steht den Ottensern als Ersatz für ihre Post nun eine so genannte Partnerfiliale in der Bahrenfelder Straße zur Verfügung.

Kiosk als Post

Seit dem 2. Januar ist der Kiosk an der Bahrenfelder Straße 233 eine so genannte „Partnerfiliale“, bislang war dort lediglich ein Paketshop. „Neben umfangreichen pos-talischen Leistungen können Kunden dort auch die Postbankleistungen nutzen“, verspricht Post-Sprecher Martin Grundler.
Wird man dort auch Münzen auf das Postbank-Konto einzahlen können? „Das hängt sicher von der Menge der Münzen ab, sollte aber möglich sein“, so Grundler.
Die Partnerfiliale ist montags bis freitags von 8 bis 19 Uhr und sonnabends von 8 bis 14 Uhr geöffnet.
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