Ottensen, da wo es abgeht

Leben auf die Straßen
 
Platz zum durchkommen, durch der "2-Meter-Reglung", am Bahnhof
 
Viertel im Wandel
Hamburg: Ottensen | Es wird Frühling und alle wollen die schönen Tage draußen genießen. Ich auch. Aber wo? Entweder ist es zu teuer oder voll in den Cafes in dem Viertel, wo ich wohne, Ottensen. Ich lebe zeit 15 Jahren hier im Dorf und fand es schon damals sehr charmant hier. Ich könnte mir wirklich keinen andren Ort, in Hamburg oder Deutschland, vorstellen zu wohnen und leben.
Es hat sich vieles in diesen Jahren verändert. Was in eine moderne wachsende Stadt nicht anders zu erwarten ist. Der öffentliche Raum ist enger geworden, und jede Lücke wird bebaut (auch der Platz nach oben). Es gibt ein großen Andrang überall in der Welt, und es läuft ziemlich gleich ab, wie es hier in Hamburg auch zu sehen ist.
Der Bezirk Altona hat ein „Zwei-Meter-Verordnung“ gegeben, damit die Fußgänger wieder mehr Platz auf den Bürgersteigen haben. Diese Regelung hat schnell Widerstand bekommen. Wirte, Bäcker und Gastronomen haben sich zu Wort gemeldet, um zu berichten über die kommende Verluste, im Vergleich zu den Einnahmen von letztem Jahr, wo der Bezirk mehr öffentlichen Raum vermietete. Bewohner haben ihre Lust auf das Leben draußen, an den Bürgersteigen und Parks, so richtig entdeckt, und findet die haben Platz genug. Was zum Ausdruck in mehreren Leserbriefe gekommen ist.
Einmal wurde ein Quartier in Altona-Altstadt der „Abruzzen-Viertel“ genannt. Es war bekannt für seine politisch aktiven Leute, die Arme, Arbeiter oder Arbeitslose, mit ihren Familien, waren. Dies ist heute unter anderem der Walter-Möller-Park. Nach Jahre mit Aufbau von neue Vorstädte, wechselte in einige Gebiete, die Innenstädtlich nah lagen, die Menschen, von die Leute die nicht mehr da wohnen wollte, zu denen die froh waren, billige und spannende Orte zum Arbeiten, Wohnen und ein Leben Aufbauen, gefunden zu haben. Es gibt immer welche, die auch bleiben wollen. Später wurde auch gegen große Bauvorhaben erfolgreich gekämpft, um bleiben zu können. Den Kiez hat es lange gegeben, und dieses Viertel hat nie eine besonders bürgerliche Atmosphäre vorgetäuscht. Heute wird da abgerissen, gebaut und aufgewertet. Da wollen auch die Menschen mitmachen, werden aber nicht gefragt, und auch noch ignoriert, wenn die Bescheid sagen.
Die Party hat, mit Hilfe der Zeit, sich durch die Kiez-Straßen geschlichen, bis die ganzen Straßen von St. Pauli und Sternschanze in Anspruch genommen war. Viele haben sich nicht mehr wohl gefühlt, da, wo ihre Leben sich so lange abgespielt haben. Durch ein „plötzliches“ Interesse an der Nachbarschaft, auch als Wohnort, hat es nicht lange gedauert, bis das Angebot, von Eigentümern, der Nachfrage, von die Scharen, die nach und nach auf Besichtigungen immer mehr wurden, angepasst wurde. Viele waren gezwungen, nach neuem Wohnraum zu suchen. Die Mieten stiegen natürlich auch in den heiß begehrten Ladenlokalen, die mit Zugang zu Bürgersteigen, die auch gemietet werden können, und der Kaffee, in welche Ausführung auch immer, wurde auch teuer. Das anreisende oder neu eingezogene Publikum hat damit kein Problem. Es ist verständlich, dass die Gastronomie abhängig ist vom Platz an den Bürgersteigen, um Miete und Angestellte bezahlen zu können.
Einige Jahre zurück waren eine Reihe von Artikeln und Leserbriefe im Wochenblatt, wo es um wer mehr Platz wo brauchte, Kinder oder Hunde, zu lesen. Da ich weder Kind noch Hund habe, war ich kurz davor, einen Leserbrief zu schreiben, um nachzufragen, wo der Wiese für uns ist, die wir unsere Ruhe haben wollen. Wir wohnen zusammen in dieses Stadt, und es sollte Platz für alle geben, ohne dass es zu diesen Streitigkeiten über öffentlichen Raum kommt. Es gibt nicht mehr viel, was die Menschen in Ottensen zusammen hält. Wir kennen oft unsere Nachbarn nicht. Da melde ich mich schuldig, ich kenne leider nicht viele von den Leuten, die in meiner Straße wohnen.
Uns fehlt ein Begegnungs-Ort, ein Stadtteilzentrum, vorurteilsfrei und barrierefrei, wo Mitbürger selbst entscheiden, wie die Räume kommerzfrei zu nutzen sind. Genügend Raum drinnen und draußen für ein generationenübergreifendes und nachbarliches Treffen sozialer und freizeitlicher Art. Wo es Raum gibt für lokales, außerparteiisches politisches Wirken.
Uns fehlen Wohnungen, die SPD haben ein Versprechen, den Bau von 6000 Wohnungen, gegeben und wollen es einhalten. Der Druck ist groß und Genehmigungen zu Abriss und Wohnungsbau werden schnell gegeben. Es ist auch wichtig, dass Menschen günstig wohnen können, was selten angeboten wird in Neubauten.
Es gab viele Einladungen von der Bezirks-Versammlung Altona, die letzten Jahre, zum politischen Mitwirken. Lange Wochenenden zusammen mit Leuten, die an die Projekte glaubten und fleißig mitgemacht haben. Spannend dabei zu sein, wenn es geht um die eigene Umgebung, und die Stadt mitzugestalten. Fakt bleibt, dass Steuergelder gehen an Wahnsinnsprojekte, Sportsevents, die Stadt zu vermarkten und andere touristische Maßnamen - leider kaum, um uns Menschen, die hier wohnen, auch Raum zum Atmen zu geben. Öffentliche Grundstücke werden verkauft (so dass Investoren und nicht die Stadt den Wohnungsmarkt bestimmen). Wohnungen, die mit öffentlichen Mitteln gebaut wurden und preisgebunden waren, werden verkauft. Es wird mit öffentlichem Raum umgegangen, als ob er den politischen Parteien gehören wurde. Öffentliche Treffen dazu gibt es nicht.
In die Vierteln Bahrenfeld, Othmarschen und Altona-Altstadt und Nord, spielt sich Interessantes ab. Ein Riesengrundstück in der Behringstr. steht zum Verkauf, sogar mit Baugenehmigung, es liegt seit längerem brach. Auf der Ecke Von-Sauer-Straße wird nicht gebaut, da die Gründstücke nicht alle dem Investor gehören, der Plan ist ein Hotel mit günstigen Zimmern zu bauen, und keine von den so dringend gebrauchte Wohnungen. Die Eigentümer von dem Haus an der „Bergspitze“ haben ein Bauvorhaben vor, wo öffenlicher Raum eingeplant ist. Zusammen mit der IKEA , wo es auf der Baustelle zurzeit ruhig ist, werden wir eingeschränkt den Wochenmarkt genießen können. In der Streßemannstr. liegt seit Jahren ein riesen Grundstück ungenutzt. Viele, die mit den Bus da entlang fahren, fragen sich bestimmt warum.
Es ist lange her, dass ich in London war, und ich erinnere mich an das schlechte Durchkommen und die Menschenannsammlung an Portobello Rd., die Straßenkünstler und das überteuerte Second Hand Angebot von Geschäften und Verkaufsständen, nur vage, und ich habe keine Nachforschungen gemacht wie es jetzt ist. Anfang Mai war ich im Dorf auf dem Straßenflohmarkt. Ein Verkäufer hatte schöne alte Sonnenbrillen in Angebot, für seinen preis von 60€ habe ich ein grünes Paar dagelassen, und nochmal mich selbst gefragt, wie es wohl hier in 10-15 Jahren aussehen wird und wer hier dann wohnt. Wer weiss, wer bleibt und wen die modische Welle wo anders hinführt. Irgendwo gibt es immer ein wer.
Es wäre schön wenn wir uns einigen könnte, ein Durchkommen für die alltäglichen Sachen, die sich hier abspielen, essen, einkaufen, Wäsche waschen gehen, Kinder abholen, Hunde spazieren, zum Arzt, Sport und Freizeitaktivitäten, die um die Ecke für den Nachbarn hier sind, und das alle Kaffee trinken können.
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1 Kommentar
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Angela Banerjee aus Altona | 13.05.2012 | 08:51  
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