Orbáns Ungarn: Schrittmacher für ein autoritäres Europa?

Wann? 30.11.2015 19:30 Uhr

Wo? W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik e.V., Nernstweg 32-34, 22765 Hamburg DE
(Foto: cydonna_photocase.de)
Hamburg: W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik e.V. | Dies ist der Nachholtermin für die ausgefallene Veranstaltung am 02.11.

Vortrag

Mit Holger Marcks (Journalist, Sozialwissenschaftler, Goethe Universität Frankfurt a.M.); Moderation der anschl. Diskussion: Andreas Speit (Autor, Journalist)

Stacheldrahtzäune, Einsatz von Tränengas und Wasserwerfern, Schnellverfahren und Kriminalisierung, Notstandsgesetze… Die Liste der Maßnahmen, welche die Regierung Orbán in Ungarn gegen Flüchtende einsetzt, ist lang. Diese Schikanen gehen mit offen rassistischer Hetze einher und stehen in einem größeren Zusammenhang. Die seit 2010 regierende Partei Fideszarbeitet energisch – unter der Parole einer „nationalen Revolution“ – an der Errichtung eines autokratischen Regimes. Zugleich wird die faschistische Partei Jobbik – in den Umfragen mittlerweile zweitstärkste Kraft – zunehmend salonfähiger. Auf diese Weise prägen nicht nur Antisemitismus, Antiziganismus, Homophobie und Chauvinismus die gesellschaftlichen Debatten, auch der großungarische Revanchismus, ein mythologischer Nationalismus und der Kampf gegen ein liberal-demokratisches Europa sind Teil der Staatsdoktrin. Holger Marcks erläutert in seinem Vortrag, wie sich die völkische Agenda in den politischen Reformen und in der Gesellschaft wiederfindet. Neben der Frage, was das für die Flüchtenden bedeutet, erörtet er zudem, welche Auswirkungen das „Modell Ungarn“ auf Europa haben kann.

Holger Marcks ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für „Internationale Organisationen“ an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Von dem ehemaligen Redakteur der "Jungle World" erschien 2013 das Buch „Mit Pfeil, Kreuz und Krone: Nationalismus und autoritäre Krisenbewältigung in Ungarn“.

Aus der Themenreihe StereoOst - Tellerrandblicke nach Osteuropa.

Gefördert von der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung, Zukunft" und dem Katholischen Fonds.

Ort: W3-Saal
Preis: 3,-
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