Neues Studentenwohnen mitten in Ottensen?

Hamburg: Bahndirektion | Oder nur paradiesische Zustände für Spekulanten in Ottensen? Nachdem das Wochenblatt versäumt hatte, den Lesern davon zu berichten, was am Spritzenplatz verspekuliert wurde, wird schon das nächste Investitions-Objekt wohlwollend begleitet. Die ehemalige Reichsbahndirektion wird nun laut Frau Handke vorwiegend mit Studentenwohnungen ausgestattet. Wie schön. Und Studenten sind so kreativ. Aber sind Studenten gleich Studenten?

Hier eine kleine Stadtteilführung zur Erklärung, auf die man nach 1minütigem Googlen stoßen könnte - wenn man denn wollte:

Die Reise geht los und führt zunächst noch einmal zur Seefahrtsschule. Während die ehemalige Seefahrtsschule - bzw. die zukünftige private Architekturakademie - im nunmehrigen Besitz des Hamburger Stararchitekten von Gerkan äußerlich nahezu unverändert bleiben soll, wird ihm bzw. seinem Partner ‚zum Ausgleich für dieses Opfer‘ westlich daneben (zum bzw. im Heine-Park) ein Stück öffentliche Grünfläche zur Verfügung gestellt, worauf ein 6geschossiger Wohnblock mit Luxuswohnungen errichtet werden soll. Eine illegale Bebauung, da sie dem geltenden Planungsrecht (öffentliche Grünfläche im Landschaftsschutzgebiet) widerspricht, aber die Baugenehmigung wurde von der Finanzbehörde beantragt und vom Bezirksamt Altona im Geheimverfahren erteilt. Upps. Insgeheim frage ich mich: Werden dort die ganzen Studenten und -innen der Privatakademie wohnen? Wir gucken weiter:

Bahndirektionsgebäude. Die Bahn hatte ihr bisheriges und derzeit noch als solches genutzte Direktionsgebäude am Altonaer Busbahnhof/Winterstraße/Am Felde an einen bis dahin geheim gehaltenen Investor verkauft. Nun wissen wir, dass es sich dabei um die DWI Grundbesitz handelt. Was ist mit der los, wenn das alles geheim geschehen musste?

Auf der Internet-Seite der DWI findet sich das Gebäude jedenfalls nicht - lediglich soetwas wie die Alte Oberpostdirektion am Stephansplatz als geplantes "Zentrum für Well-Being". Ist insgeheim davon auszugehen, dass ein solcher Konzern Otto-Normal-Student ein bezahlbares Obdach gewährt? Glaubwürdiger klingt hier jedoch die Version, die von Insidern des Altonaer Bauausschuss-Mollochs überlegt wird - und da sind wir wieder bei der Seefahrtschule: das neue Studentenwohnen meint ultrateure Appartements für die StudentInnen der privaten Architekturakademie Meinrad von Gerkans und seinem chinesischen Partner in dem unter Denkmalschutz stehenden (Teil)Gebäudekomplex Am Felde.

Was damit sonst noch geschehen soll, kann man erfahren, wenn man sich zu einer Info-Veranstaltung einladen lässt. Einfach mal vorbeikommen ist nicht. Aber es lohnt sich: Das sehr gut erhaltene und technisch hervorragend ausgestatte Riesen-Gebäude würde Platz bieten für 400 Wohnungen. Sogar Sozial-Wohnungen. Der kleine Nebensatz von Herrn Drost (Drost-Consult) "(...) und ein bisschen Gastronomie und Gewerbe im Erdgeschoss" lässt Insider allerdings befürchten, dass es sich dabei um Möbel-Höffner, Max Bahr oder Bauhaus handeln könnte.

Hoffen wir also weiter auf investigativen Journalismus mittels Wochenblatt.
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