Meteorologe: „Die Stadt hat richtig gehandelt”

Land unter hieß es während des Orkantiefs bei Teufelsbrück. (Foto: ch)

Orkan „Xaver” wütete in Hamburg - Eine Bilanz für die Elbvororte

Jakob Drechsler, Blankenese
Vorsicht ist manches Mal eben doch besser als Nachsicht: Orkantief „Xaver” schüttelte Hamburgs Westen zwar ordentlich durch, die Schadensbilanz für die Elbvororte liest sich trotzdem einigermaßen glimpflich. Gleichwohl setzte die
zweithöchste Sturmflut seit Wetteraufzeichnungen den Blankeneser Strandweg und die Elbchaussee bei Teufelsbrück unter Wasser, auch der S-Bahnverkehr musste zeitweilig unterbrochen werden. Doch Menschen kamen letztlich nicht zu Schaden.
„‘Christian’ hatte das meiste morsche Holz schon umgeweht”, resümiert Niklas Weise vom Hamburger Institut für Wetter- und Klimakommunikation mit Blick auf das vorangegangene Sturmtief Ende Oktober. Doch auch so hatte „Xaver” noch genügend Spielmasse. Vor allem im Blankeneser Wulfsdal: Dort krachte am Donnerstag ein 30 Meter hoher Baum auf ein Wohnhaus; die Aufräumarbeiten zogen sich über das gesamte Wochenende. Auch S-Bahnfahrer mussten sich zwischendurch gehörig gedulden:  Zwischen Klein Flottbek und Blankenese fiel auch freitags noch die S 1 aus. Grund waren ebenfalls umgestürzte Bäume, die von den Gleisen entfernt werden mussten.
Ansonsten waren die Menschen in den Elbvororten bestens gerüstet. Vor allem die Macher des Blankeneser Weihnachtsmarktes hatten rechtzeitig vorgesorgt. Als klar war, dass sie ohnehin schließen müssten, zurrten die Beschicker die insgesamt 13 Zelte auf dem Bahnhofsvorplatz mit Spanngurten fest. „Es geht auch um das Leben der Leute", sagte Veranstalter Wolfgang Sabrowsky. Rund 5.000 Euro kostet ihn der Ausfall des Marktes am Donnerstag. „Jetzt hoffen wir eben auf ein paar noch bessere Tage."
Die werden dank eines Hochdruckgebiets zumindest wettertechnisch erst einmal eintreten. “Der Trend geht zu einer deutlichen Beruhigung”, sagt Weise. Dass die Stadt frühzeitig auf die Sturmwarnungen reagierte und unter anderem schulfrei gab, hält der Meteorologe auch rückblickend für angebracht. „Das war aus unserer Sicht schon richtig.” Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen rechnet die Feuerkasse stadtweit mit Schäden von zwei Millionen Euro.
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