Louise-Schroeder-Straße bald keine Einbahnstraße mehr?

Carsten Butenschön, Leiter der Abteilung Management des öffentlichen Raumes im Bezirksamt Altona, musste sich kritischen Fragen stellen. Foto: rs
Hamburg: Altonaer Rathaus, Kollegiensaal |

Öffentliche Anhörung: genaue Verkehrszahlen fehlen – 52 Bäumen sollen abgeholzt werden

von Reinhard Schwarz

Sie ist die Einflugschneise nach Altona-Altstadt und Ottensen: die Louise-Schroeder-Straße, die in die Jessenstraße übergeht. Jetzt soll die Einbahnstraße in eine ganz normale Straße mit Gegenverkehr umgestaltet werden. Die rund 50 Bäume, die dem Vorhaben der Planungsfirma Schmeck-Junker im Weg stehen, werden abgeholzt. Wann der Umbau losgeht, was er kostet, ist bislang völlig unklar. Klar ist aber, dass der Plan von vielen Bürgern abgelehnt wird. Dies wurde auf einer öffentlichen Anhörung deutlich.
„Die Grundidee besteht darin, beide Straßen für den Gegenverkehr zu öffnen“, erklärte Hans-Dieter Junker von der Planungsfirma „Schmeck-Junker“. Zwei Fahrspuren sollen Richtung Ottensen führen, eine Spur stadteinwärts, also in die Hols-tenstraße münden. Zudem sollen die Parkbereiche neben den Straßen umgestaltet werden. Insgesamt müssen 52 Bäume abgeholzt werden, allerdings sind Ersatzpflanzungen geplant.
Aber warum sollen die Einbahnstraßen überhaupt umgestaltet werden? Nach Auskunft des Bezirksamtes Altona hänge dies mit der Einrichtung des Sanierungsgebiets „Altona-Altstadt S5“ im Jahr 2005 zusammen. Ziel sei es, den abgelegenen Bereich am Nobistor an der Grenze zu St. Pauli/Hamburg Mitte besser einzubinden. Auch soll der Eindruck der Zerschneidung des Grünzugs Walter-Möller-Park durch die Louise-Schroeder-Straße vom Anblick her gelindert werden: ein Grünstreifen soll in der Fahrbahnmitte entstehen. Zudem soll der Bereich am alten Jüdischen Friedhof optisch aufgewertet werden.
Diese Argumentation stößt auf Kritik. Hauptvorwurf: Die Pläne orientieren sich an der „autogerechten“ Stadt der 60er Jahre. Dass viele Bürger mittlerweile auf das Fahrrad umgestiegen sind, werde schlicht ignoriert.
Genaue Zahlen, wie viele Pkw nach der Eröffnung von Ikea durch die Jessenstraße fahren werden, blieb die Verwaltung schuldig. Eine Frau kommentierte: „Habe ich es richtig verstanden? Sie machen eine Straßenplanung, ohne konkrete Zahlen zu nennen?“
Ein anderer Kritiker urteilte: „Wenn Sie sagen, die Ikea-Anbindung interessiert uns in diesem Zusammenhang nicht, dann kann ich nur sagen: Das ist kein Konzept.“
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