Koalition in Altona: Kaum zusammen, schon zerstritten

Um ihn dreht sich der Streit der frischgebackenen SPD-GAL-Koalition in Altona: Bezirksamtsleiter Jürgen Warmke-Rose
Hamburg: Bezirksamt Altona | Die Tinte unter dem nagelneuen Altonaer Koalitionsvertrag zwischen GAL und SPD ist kaum trocken, da gibt es schon den ersten heftigen Zoff zwischen den frischgebackenen Partnern.
Es begann mit einem Anruf am 17. August. Christoph Krupp (SPD), ehemaliger Bezirksamtsleiter in Bergedorf und jetzt Chef der Senatskanzlei, rief Altonas Bezirksamtsleiter Jürgen Warmke-Rose(parteilos) an. Man kam darauf zu sprechen, dass Warmke-Rose nur noch bis 2013 das Bezirksamt Altona leitet. Dann folgte, was die GAL ein unmoralisches Angebot nennt, während die SPD von Fürsorge für Hamburger Spitzenbeamten spricht: Krupp wies seinen Duzfreund darauf hin, dass der ja ein Recht habe, in den Beamtenstatus zurückzukehren, dass aber 2013 die passenden - hohen - Posten nur dünn gesät seien. Wenn er allerdings seinen Sitz in Altona früher räume, sehe das ganz anders aus...
Das Gespräch blieb nicht vertraulich. Ergebnis: Die GALschäumt vor Wut. Hatte sie doch im Koalitionsvertrag mit der SPD extra festgelegt: Warmke-Rose bleibt bis zum Ende seiner Dienstzeit 2013 und geht keinen Tag früher. Gesche Boehlich, Fraktionsvorsitzende der GAL: „Wir haben ihn damals mitgewählt, und wir wollen ihn behalten!“ Das Angebot sei ein politischer Schachzug, um so schnell wie möglich einen SPD-Kandidaten auf den Chefstuhl in Altona zu hieven. Boehlich auf der Bezirksversammlung: „Das war ein Affront, eine Ohrfeige. Man hat uns übergangen. Die SPD hat kein faires Spiel gespielt.“ Auch Altonas GAL-Kreisvorsitzende Eva Botzenhart schoss auf die Genossen: „Sollte die SPD sich nicht an die Vereinbarungen halten, sehen wir uns genötigt, die eben geschlossene Koalition wieder zu beenden.“ Noch nie waren in Altona so harsche Töne zwischen Koalitionspartnern zu hören.
SPD-Kreisvorsitzende Melanie Schlotzhauer versuchte zu beruhigen:„Wir wollen kein vorzeitiges Ablösen von Warmke-Rose. Wir werden diesem Haus 2013 einen Personalvorschlag machen. So ist es mit Scholz abgesprochen.“
Der Beschwichtigungsversuch ging allerdings schief, Gesche Boehlich:„Es gruselt mich, wenn ich höre, das ist mit Olaf Scholz abgesprochen.“ Mit dem Altonaer Rathaus habe Hamburgs Bürgermeister nichts zu tun: „Das ist eine rein Altonaer Angelegenheit!“
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