Jineoloji - radikales Denken aus Frauensicht

Hamburg: Parteibüro DIE LINKE | Jineoloji – radikales Denken aus Frauensicht

In einer Zeit, in der das Leben von Menschen auf der ganzen Welt durch ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Krisen bedroht ist; in der das patriarchale kapitalistische System in all seiner Grausamkeit seine weltweiten Herrschaftsansprüche durchsetzt; in der der Großteil der Menschheit in Ausbeutung und Unterdrückung leben und in der Frauen auf Grund des patriarchalen Wesens von Staat, Gesellschaft, Kapitalistischer Ökonomie, Positivistischer Ideologie, Religion und Wissenschaft auf vielfältige Weise davon betroffen sind brauchen wir Frauen die sich an Entwicklung von Alternativen und an Kämpfen um Veränderungen beteiligen und zukunftsgerichtete alternative Konzepte um eine freie, demokratische und ökologische Gesellschaft aufzubauen!

Frauenbewegungen und soziale Bewegungen verdeutlichten in den letzten Jahrzehnten immer wieder das dringende Bedürfnis nach gesellschaftlichen Alternativen, die nicht auf Unterdrückung, Hierarchie und Marginalisierung beruhen. Um das herrschende System daran zu hindern, sich innerhalb seiner Bildungs-, Gesellschafts-, kulturellen und politischen Systeme zu reproduzieren, ist es notwendig über praktische Kämpfe hinausgehend neue wissenschaftlicher Denkansätze und Vorstellungen, ein Frauen-Paradigma zu erstellen, und so begannen innerhalb der kurdischen Frauenbewegung Diskussionen und Forschungen über Anliegen und Konzept von Jineoloji, was sinngemäß mit „Frauenwissenschaft“ übersetzt werden kann.
Jineoloji kritisiert das elitäre, patriarchale, positivistische Verständnis von Wissenschaft und bemüht sich darum, einen alternativen ganzheitlichen Ansatz zu entwickeln. In vielen Ländern formulierten Frauenbewegungen und Feministinnen bereits eine Wissenschaftskritik, es entstanden Frauenforschung und feministische Wissenschaftsansätze. Jineoloji bezieht einerseits diese Diskussionen, Erfahrungen und Erkenntnisse ein, versucht aber zugleich von den Bedingungen und Bedürfnissen in Kurdistan ausgehend eine neue Form und ein neues Verständnis der Wissenschaft von und für Frauen aus allen gesellschaftlichen Schichten zu entwickeln.

Jinoloji ist keine abgeschlossene Diskussion, sondern allenfalls ein Anfang, ein erster Schritt der innerhalb der Kurdischen Frauen begonnen hat. Wir wollen diesen Schritt weiterführen und Diskussionen mit - nach alternativen suchenden - Frauen aus der ganzen Welt führen.

Während wir von anderen Perspektiven, Denkansätzen, von anderen Frauenkämpfen und feministischen Wissenschaften lernen, wollen wir Jineolojî als eine Methode vorstellen, die die Entwicklung von Frauen-Denkweisen, Wissen und Wissenschaft, sowie tiefgreifende Intervention in patriarchale Denkstrukturen, und all seine exemplarischen Stadien umfasst.

Anja Flach (Ethnologin) stellt vor am Dienstag, 7. Oktober, Am Felde 2, 19. Uhr

Eine Veranstaltung im Rahmen des Altonaer Bildungsprogramms in Zusammenarbeit mir der LAG-LISA sozialistische Feministinnen (DIE LINKE)
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