Initiative „nicht kompromissbereit“

Aus zwei Stockwerken werden fünf: Das Telekom-Haus an der Ecke Spritzenplatz / Ottenser Hauptstraße soll einem moderne Wohn- und Geschäftshaus weichen. Montage: Spritzenplatz bleibt
Hamburg: Spritzenplatz |

Keine „Gläserne Werkstatt“: Spritzenplatz-Ini lehnt Angebot der Grünen ab.

Von Christopher von Savigny. Kommt er, der Libeskind-Bau – oder kommt er nicht? Die Meinungen zum geplanten fünf- bis sechsstöckigen Eckhaus am Spritzenplatz sind geteilt: „Interessante Architektur“, sagen die einen. „Zu groß, zu klotzig, nimmt zuviel Licht weg“, die anderen. Nach dem erfolgreichen Bürgerbegehren vom November letzten Jahres, das sich gegen einen Neubau richtet (das Elbe Wochenblatt berichtete), hat die Initiative „Spritzenplatz bleibt“ jetzt einen Einigungsvorschlag der Altonaer Grünen abgelehnt.
Die Fraktion hatte angeboten, eine „gläserne Werkstatt“ zu veranstalten, bei dem verschiedene Architekturentwürfe dis-kutiert werden sollten. Zudem war geplant, die Öffentlichkeit mit einzubeziehen. „Mit Bedauern muss ich feststellen, dass die Initiative in keinster Weise kompromissbereit gewesen ist“, sagt Christian Trede (Grüne), Sprecher für Stadtentwicklung in Altona.
Die momentane Rechtslage ist ein wenig verworren: Für das Grundstück an der Ecke Spritzenplatz / Ottenser Hauptstraße existieren nämlich zwei Bebauungspläne. Einerseits darf vierstöckig gebaut werden, andererseits gilt ein Erhaltungsgebot für die bereits bestehende Architektur.

Am 28. Januar entscheidet die Bezirkversammlung

Daher möchte die Initiative zunächst das Baurecht geklärt haben – anschließend könne man sich gerne zu einem Gespräch treffen. Außerdem befürchten die Ini-Mitglieder, über den Tisch gezogen zu werden. Denn solange noch keine Entscheidung getroffen sei, könne der Investor jederzeit einen neuen Bauantrag einreichen – der trotz der Sperrwirkung durch das Bürgerbegehren von der Bezirksversammlung (BV) genehmigt werden müsse.
„Abgesehen davon, dass die Initiative von den Unterzeichnern des Bürgerbegehrens nicht das Mandat erhalten hat, mit Investoren oder Verwaltung und Politik im Hinterzimmer einen Deal auszuhandeln, besteht die Befürchtung, dass in dieser Verhandlungsphase – wie bei dem Bauvorhaben Zeise 2 – Fakten geschaffen werden sollen, die dann nicht mehr korrigierbar sind“, heißt es in einer schriftlichen Erklärung von „Spritzenplatz bleibt“.
Am Donnerstag, 28. Januar, entscheidet die BV, ob sie dem Bürgerbegehren beitritt. Geschieht das nicht, wird ein Bürgerentscheid gestartet, der die gleiche Wirkung wie BV-Beschluss hätte. Ursprünglich sollte die Entscheidung schon Mitte Januar fallen. Angesichts von Terminschwierigkeiten hatte die Ini einer Fristverlängerung zugestimmt.
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