Hausverbot

Elektroniche Flyer zu der Bezirksversammlung

Ich habe nicht vor mich dafür zu entschuldigen, mich Beleidigen zu lassen


Der Plan war ganz einfach. Die politischen Fraktionen zu fragen, wie es um den politischen Willen in Bezirk Altona steht, eine wirkliche Bürgerbeteiligung zu bieten und Verantwortung für die Umwelt zu übernehmen. (Link zu die Fragen in ganzen: http://stadtteilmuehleottensen.npage.de/gruen-in-o...)

Ich bin als Zuschauerin mit der Interessengruppe Stadtteilmühle Ottensen in die Bezirksversammlung Altona am 25.10.12 gegangen um zu hören, was die für Antworten auf unsere Fragen hatten. Ich engagiere mich nicht erst seit gestern in außerparteiischen, lokalen wie Globalen Arbeiten und habe mir nicht viel erwartet in Sachen schnellem, konkretem Handeln oder klaren Aussagen von konservativen Politiker_innen. Ich wurde nicht enttäuscht sondern stinksauer.

Vorweg: Es hat damit geendet dass ich Hausverbot bekommen habe und die Sitzung wurde unterbrochen bis ich ging.

Ich habe bei den Fragen an die Bezirksversammlung mitgearbeitet und fand es unverschämt wie einige Fraktionsmitglieder, in den ihnen zur Verfügung stehenden 2 Minuten, unser Anliegen Behandelt haben. So ein herablassenden und unmöglichen Ton habe ich seit meiner Schulzeit nicht mehr erlebt. Sehr beleidigend. Wir benutzen unter anderem bewusst keine Politikersprache sondern Fragen direkt das, was uns auf den Herzen liegt und sagen es wie es gemeint ist. Wir haben nicht mit den Unverschämtheiten angefangen.

Meine Beobachtungen der Parteien an diesem Abend schließt auf Folgendes; Die Linken konspirieren (sind offen und hören zu) wie sich das gehört, die Sozialdemokraten sind wenig solidarisch, die Grünen waren oft gegen Grün, die persönlichen Christen waren nicht sehr nächstenliebend und nur die finanziellen oder auch „freien“ Demokraten waren sich treu und wollten, egal um was es ging, frei Bauen und Geld machen dürfen.

Ich war bei einigen Mitmachprojekten dabei und ich fand es richtig schade um diejenigen Beteiligten, die wirklich geglaubt haben, dass dieses mal die Politik wirklich zuhört und die dafür viel Zeit und Muhe investiert haben. Zum Kochen bringt mich das seit langem. Ich habe keine Lust mehr empört zu spielen über die Verarsche, die die Politikern sich leisten. Aber noch mehr ärgert mich die passive Hinnahme von uns selbst frei nach dem Motto „So ist es eben, so ist das Leben.“

Für mich stand immer der Menschenwert an erster Stelle. Ich bin persönlich höflich und lege viel Wert auf Respekt für Andere auch für diejenigen, die ich vielleicht nicht verstehen kann. Die Bezirksversammlung am 25.10.12 weckte in mir in mehr als einer Hinsicht eine Erinnerung an die Schuljahre, wo Mobbing auf der Tagesordnung stand. Es ist eine Welt, wo der Stärkste Recht bekommt und heute ist es nicht anders. Auf dem Kinderschulhof habe ich früher den Tätern eins auf die Nase gegeben, egal ob jemand anderes Opfer sein durfte oder ich. Ich hab schnell gelernt, dass Argumente nicht bei allen helfen. Ich, wie alle anderen auch, wurde älter. Einige haben nie damit aufgehört Andere umzuschupsen und ich habe gelernt mich anders zu verteidigen. Es ist nicht schwierig, die großen Mobber und die vielen Unmenschlichkeiten die jeden Tag passieren, zu erkennen.

Nun, als Zuschauerin und Fragestellende wie ich darf man in der Bezirksversammlung nichts sagen. Mir blieb nichts andres übrig als laut zu werden, wenn Politiker_innen irrtümliche Glanzbilder von Bürgerbeteiligungen malen und Unwahrheiten und freche Andeutungen von sich geben, wir würden nicht selber denken können. Ich glaube an Dialoge trotz meiner schlechten Erfahrungen mit Mobbern zu reden. Doch Dialoge werden anders geführt als in der Bezirksversammlung, Demokratie übrigens auch.

Ich war so wütend, dass ich die Vertreter_innen dieses Bezirkes „Pisser“ genannt habe. Das ist vor der Pause gewesen. Nach der Pause haben die Linken ein Antrag für ein Runden Tisch mit der Interessengruppe Stadtteilmühle Ottensen (und allen aktiven Anwohnerinitiativen) gestellt und von da an eskalierte es Verbal richtig als ein Politiker damit anfing, Beschuldigungen um sich zu werfen. Ich habe dann Antwort gegeben was ich von ihrer undemokratischen Art zu verwalten halte. Nach ein paar Verwarnungen wurden dann mehrere Handys gezogen um die Polizei anzurufen.

Ich kann mich gesundheitlich nicht mehr mit der Aufpassenden Instanz unserer Demokratie anlegen wie früher. Am liebsten hätte ich mich aus dem lokalen Machttempel raus tragen lassen. So bin ich aber lieber gegangen, auch nachdem einige andere Zuschauer_innen mir Unterstützung und Recht gaben und der Meinung waren, dass ich bleiben sollte. Ich denke und entscheide für mich, auch in solchen Sachen, also bin ich gegangen. Ich bin kein Teil einer Herde wie Andere vielleicht. Unter Demokratie verstehe ich Redefreiheit und nicht Redeverbot.

Wir wollten lediglich ein Termin bewirken, mit Redeerlaubnis für jeden, wo wir gezielt und ohne Geschwafel darüber reden können, wie es mit gemeinsamen Kräften und dem Geld, das es nicht gibt (mehrmals von verschieden Parteien gesagt: es gib kein Geld), möglich ist ein Stadtteilzentrum in Ottensen hinzubekommen. Um dies zu erreichen arbeiten wir weiter.

Persönlich hoffe ich sehr auf ein Stadtteilzentrum in meiner Gegend wo ich vorbei gehen kann um das mit anderen Menschen zu machen, worauf ich und Andere Lust haben, ohne erst zu überlegen ob ich es mir leisten kann oder nicht. Ein Ort, wo es mehr als einen Typ von Leuten gibt. Ein täglich geöffneter, unkommerzieller, sozialer, vorurteilsfreier und unparteiischer Treffpunkt.

Ich trete nicht als Hobby anderen auf die Füsse und könnte mir lustigeres denken (z. B. in einem Stadtteilzentrum mitzuhelfen) als ständig einer Bande Piraten zu erzählen, dass sie als Verwalter_innen ein scheiß Job machen.

In unserer Gesellschaft, und vor allem in den Städten ist die repräsentative Demokratie ausgewachsen. Darüber möchte ich auch liebend gern ausführlicher diskutieren. Ich wohne gerne hier im Viertel und habe es 15 Jahre lang genossen hier zu leben. Ich möchte bestimmen, wann es Zeit ist zu gehen und ich werde weiter für mein Recht kämpfen, hier zu Wohnen, für meine Umwelt und Nachbarschaft.

Tine Renngård,
Kann nicht die Klappe halten
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4 Kommentare
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Thomas Leske, Dr. med. aus Altona | 14.11.2012 | 20:56  
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Tine Renngård aus Ottensen | 19.11.2012 | 09:33  
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Thomas Leske, Dr. med. aus Altona | 19.11.2012 | 19:27  
145
Tine Renngård aus Ottensen | 20.11.2012 | 12:07  
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