Halteverbot ohne Baustelle

Verbotsschild in der Schnellstraße: Dass man linksseitig auch auf der Straße parken darf (erkennbar an der weißen Fahrbahnmarkierung), macht die Durchfahrt bisweilen zum Spießroutenlauf. Foto: cvs
Hamburg: Schnellstraße |

In einem Teil der Schnellstraße darf man nicht mal mehr anhalten – warum eigentlich?

Von Christopher von Savigny. Ein absolutes Halteverbot mitten in einer Wohnstraße: Was soll das? Ein Versehen? Ein Schildbürgerstreich? In der Schnellstraße wurde Ende letzten Jahres eine Anzahl der rotblauen Schilder mit den bekannten, gekreuzten Querbalken aufgestellt. Zwischen September 2015 und September 2016, wochentags in der Zeit von 7 bis 17 Uhr, soll man in dem betroffenen Abschnitt (Hausnummer 22 bis 28) nicht halten dürfen – obwohl sich dort Parkbuchten befinden. Auch Anwohner Benjamin Trede wundert sich: „Dort gibt es keine Baustelle, gar nichts! Kaum ein Anwohner hält sich noch daran, weil es einfach unsinnig ist.“

Extrem hoher „Parkdruck“ in Altona

Des Rätsels Lösung befindet sich nach Auskunft der Straßenverkehrsbehörde gleich um die Ecke, in der Goldbachstraße. Dort werden momentan Wohnungen gebaut. „Das Verbot ist leider unumgänglich, weil die breiten Baustellenfahrzeuge sonst nicht durch die Schnellstraße hindurchpassen würden“, sagt Andreas Pickhard, Polizeibeamter im Revier 21 (Mörkenstraße). Alternativrouten gebe es nicht. Auch an der Einmündung zur Goldbachstraße seien Halteverbotsschilder aufgestellt worden.
„Das ist gängige Praxis“, so Pickhard. „Wir versuchen natürlich immer, die Anfahrtswege so zu legen, dass sie nicht durch Wohngebiete gehen. Dass da auch mal Parkraum verloren geht, ist leider nicht zu verhindern.“

Abends praktisch alle Stellflächen belegt

Entwarnung gibt der Mitarbeiter der Straßenverkehrsbehörde indes für die an der Straßennordseite gelegenen Parkbuchten. Diese seien nicht betroffen. „Gemeint sind die Stellflächen direkt auf der Fahrbahn“, so Pickhard.
Wie in ganz Altona und Ottensen herrscht in dem Wohngebiet zwischen Max-Brauer-Allee und Harkortstraße extrem hoher „Parkdruck“. Insbesondere spätabends und nachts sind praktisch 100 Prozent der Stellflächen belegt. Selbst Geländewagen oder größere Pkw haben an einigen Stellen Schwierigkeiten hindurchzukommen.
„Ich bin ja dankbar dafür, dass die Leute sich fragen: Brauche ich wirklich ein Auto?“, sagt Pickhard. „Aber dieser Prozess ist meiner Meinung nach noch nicht weit genug gediehen.“
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