Großer Abschied für Fatma und Saim Çelik

Saim und Fatma Ҫelik (ehemalige Treffleiter), Aynur Seber (neue ehrenamtliche Treffleiterin), Renate Polis (Geschäftsführerin AWO Aktiv in Hamburg), Liane Melzer (Bezirksamtsleiterin Altona) und Nilüfer Yenigün (neue hauptamtliche Treffleiterin (v.l.). Foto: Horst Emmel

16 Jahre leitete das Eheaar den beliebten Treffpunkt Mekân

Von Fatma Şahin. Sie sind ein motiviertes Ehepaar, das sich der ehrenamtlichen Arbeit verschrieben hat. Fatma und Saim Çelik sind in Altona als Leiter des Interkulturellen AWO Seniorentreffs Mekân bekannt. Nach 16 Jahren hat das Paar die Leitung nun an Aynur Seber und Nilüfer Yenigün übergeben. Dieser Schritt war nötig, um sich neuen Projekten und Herausforderungen widmen zu können.

Mekân als Treffpunkt für Jung und Alt

Sein heutiges Ansehen musste sich das Ehepaar hart erarbeiten. Denn sie konnten kaum deutsch, als sie in den 1960er-Jahren nach Hamburg kamen. Saim Çelik musste erneut eine Ausbildung zum Maschinenbaukonstrukteur abschließen, um seinen eigentlichen Beruf ausüben zu können. Fatma Çelik arbeitete 30 Jahre im AK Altona, setzte sich für ihre Kollegen ein und wurde zur Arbeitnehmervertreterin gewählt.
Obwohl sie regelmäßige Besucher des Mekâns waren, fiel ihnen die Entscheidung, die Leitung zu übernehmen, nicht leicht. Doch fremd waren ihnen die Aufgaben keinesfalls. „Ich habe schon immer für meine Kolleginnen im AK Altona Briefe gelesen, telefoniert oder gedolmetscht“, erklärt Fatma Çelik. Bei der Beratungsfunktion blieb es in dem Seniorentreff jedoch nicht.
Mekân ist nicht nur ein Treffpunkt für Senioren, sondern auch eine Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche. „Wir wollten den Jugendlichen die türkische Kultur und ihre Werte näher bringen“, erklärt Saim Çelik. Viele dieser Kinder haben sie hier aufwachsen, studieren und heiraten gesehen.
Das Ehepaar Çelik hat Chöre für türkische Volks- und Kunstmusik gegründet sowie Seminare zu tagesaktuellen Themen mit Psychologen, Ärzten und Polizisten organisiert. Besonders stolz sind sie auf den Besuch der Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks, die auch das Wohnprojekt Mekân unterstützt.

Seniorenwohnungen für türkische Bürger


Ein Projekt in dem viel Herzblut sowie jahrelange Arbeit stecken, ist das geplante Wohnprojekt Mekân. Fatma Çelik wollte einen Ort schaffen, an dem türkische Bürger gemeinsam leben können, weil viele im Alter oft einsam sind. „Ich habe Grundstücke beantragt, Positionspapiere ausgefüllt und bis zum Schluss nicht aufgegeben“, erklärt die 69-jährige stolz. Gemeinsam mit der „Initiative Q8“ haben sie sich für die Wohnungen im Neubaugebiet am ehemaligen Bahn­gelände Altona beworben und 48 Wohnungen für ihre Projekte erhalten. Fatma Çelik ist glücklich darüber, dass sie 27 davon als Seniorenwohnung nutzen darf: „Türkische Familien werden dort gemeinsam leben und sich gegenseitig unterstützen können.“ Nächstes Jahr soll der Bau des Wohnquartiers beginnen. Die Bauarbeiten sollen dann insgesamt drei Jahre dauern.
Auch wenn das Ehepaar im Mekân aufgehört hat, haben sie noch viel zu bewältigen. Weiterhin werden sie den Seniorentreff besuchen, sich um die Seniorenwohnungen kümmern und sich für das Betreute Wohnen stark machen. „Wir möchten, dass sich mehr türkische Bürger ehrenamtlich einsetzen“, erklärt Saim Çelik seinen Wunsch. Denn ohne persönlichen Einsatz ist es unmöglich etwas zu bewegen.
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