Fünf Millionen Euro und der Zeise-Parkplatz: Das Mogeln geht weiter

Alle Bildern: LRW Architekten und Stadtplaner, von der hamburg.de Link
    Es darf nicht wahr sein! Heute kommen nochmal Neuigkeiten von der Quantum und Procom Invest verhandlungen mit der Stadt Hamburg. Der Entscheidung wird heute am 22.09.14 von der Kommission für Bodenordnung wahrscheinlich schon vorgenommen (HH Abenblatt 22.09.14). Wo ist die Bürgerbeteiligung und Transparenz in diesen Fall geblieben? Ich bin Legastheniker und Ausländerinn, deswegen abhängig davon,daß jemand meine Texte korrigiert, ich werde also behindert daran schneller reagieren zu können.

Die Pläne haben sich seit Januar drastisch verändert, von Wohnungsbau mit mehr als einem Drittel sozialgeförderten Wohnungen zum Bürokomplex für 800+ ArbeiterInnen. Es gibt Argumente für und dagegen, Politik und Wirtschaft sind dafür und viele der NachbarInnen und Ottensenern sind dagegen. Das Grundstück wird erst unter den Bedingungen für sozialgefördertes Wohnen, das diese Stadt dringend braucht, versprochen. Nun, wo die neuen Pläne vorliegen, machen die Investoren 5 Millionen Euro locker und die städtische Kommission für Bodenordnung werden sich heute entscheiden. Seit wann wird Mogeln belohnt?

Ich bin so wütend, dass meine Hände flattern! Wie kann man sich in einer Demokratie so frech benehmen und davonkommen? Die seit August dieses Jahres laufende Protestbewegung hat keine Chance der Wirtschaft und Kommissionen hinterherzukommen oder sich dagegen zu wehren. Unterschriften werden gesammelt, Leute gehen zusammen auf die Straße, es wird darüber geschrieben und diskutiert. Die Deals sind wahrscheinlich schon am Wochenende beschlossen geworden.

PolitikerInnen arbeiten nicht für Lobbyisten und die Handelskammer, da haben Sie was missverstanden, die Guten mit Rederecht, sondern für alle in der Stadt. Wenn irgendwas nicht richtig zugeht, wenn Protest aufkommt, wenn es Redebedarf gibt, dann sollten die Abgeordneten dafür sorgen, dass alle gehört werden und eine reelle Chance auf Beinflussung des Ergebnisses garantiert wird. Es ist eine Schande, dass Demokratie immer noch so gespielt wird, nur zu Wahlen begrenzt mitspielen zu dürfen.

Der Ausbau des Zeise-Parkplatzes wie nun gewünscht von Procom Invest GmbH führt nicht nür 800+ Arbeitsstellen nach Ottensen (ungewiss wie viele davon neue Stellen werden) sondern führt auch jeden Tag 800+ Leute mehr zum Stadtteil hin. Es bedeutet jeden Tag, lass mich raten, ohne Gewähr von tatsächlichen Studien oder anderen Quellen, und obwohl die WPP eine eigene Kantine und Tiefgarage (was ohnehin selbstverständlich beim Bauen in dicht besiedelten Gegenden sein sollte) haben werden, ca. 500 Leute die Mittagessen möchten, die Hälfte (400 zusätzliche Autofahrer) werden zur Arbeit in Ottensen mit einen Auto fahren, mindestens 200 werden in der Nähe ihrer Arbeit wohnen wollen, eine unvorhersehbare Menge mit Leuten, die sich geschäftlich treffen oder Afterworkpartys ,die in diesem hart belasteten Viertel dazukommen, um ein paar Sachen zu erwähnen.

Ist Ottensen in der Lage, damit fertig zu werden, ohne die Attraktivität für seine Bewohner, alten wie neu eingesiedelten, zu verlieren? Altonas SPD-Bezirksfraktionschef Thomas Adrian hat dieses zum Thema beigesteuert: "Die Menschen, die dort arbeiten werden, gehören zu den Normalverdienern." (Hamburger Abenblatt 04.09.14), Es ist nicht wichtig, wie viel die Leute da verdienen. Ich gönne wirklich jedem, der einen haben möchte und ausführen kann, einen Job. Die investoren gehen von einem Bebauungsplan aus, der in den 1990er Jahren von Bürgern gut gefunden wurde und Bürobebauung begrüßt hat, zurück in ihre Argumentation. Noch ein Argument, das keinen wirklichen Beitrag zu vernünftiger Debatte führt. Es ist 20 Jahre her. In dieser Zeit sind die Bedürfnisse von Ottensen und den BürgerInnen von Hamburg anders geworden.

Was ist, wo ich gerade auf die vielen leerstehenden Bürogebäuden zu denken kam, mit dem Gebäude von Euler Hermes in der Friedensalle? Wollten die nicht ausziehen? Es wäre ja schade um ein solch großes Gebäude, sollte das einfach leerstehen. Ich habe schon oft genug gehört und gelesen, warum es sich nicht lohnt, Bürogebäude in Wohnungen umzubauen, vielleicht ist der Euler Hermesgebäude ja groß genug für die WPP, oder kann der Altona Spar- und Bauverein die neue Lokale brauchen (und ihre alte Bürogebäude in Wohnungen umbauen plant.. oder sogar für beide und ein paar mehr.

Wozu den ganzen Aufwand mit dem Ausbau der Hafen City und der Innenstadt, wenn Menschen, die in Hamburg wohnen und die zu Besuch kommen keine wirklichen Angebote nach 22 Uhr da finden? In der Innenstadt ist nur tagsüber was zum Shoppen, Kultur und Sightseeing los und ich wüsste auch nichts Großes von Wohnungsbebauung da. Kaum Orte wo man sich Treffen kann um Abends was zu unternehmen; dann drängelt sich die gesamte Stadt und Ihre Besucher lieber zusammen in Wohngebiete, Viertelen die hochgepuscht wurden zu Szenevierteln, und auf dem Kiez natürlich. Wo macht das ein Sinn? Gibt es in anderen Großstädten auch solche nächtlichen gespenstigen Innenstädte?

So ungefähr gleichzeitig mit, im Falle Olympiade 2028, die dann bevorstehenden Vorbereitungen, will die Stadt auch die Neue Mitte Altona fertig haben. Da sollen Wohnungen aller Art entstehen. Barriere- und Autofrei. Bei der Olympiade gibt es auch Bautermin,e und wenn ein Philharmoniegebäude nicht nach Plan gebaut wird, wie dann eine ganze Olympia-Unterbringung? Es werden aber reichlich tolle Wohnungen, die nachträglich benutzt werden können, auf Elbinseln gebaut. Selbstverständlich auch barriere- und autofrei.

Zukunftspläne, alles wird barrierenfrei gebaut und alle haben ein Dach über dem Kopf. Wir brauchen mehr als schöne Presentationen und Drucksachen. Wohnungsbau, wie in Januar 2014 präsentiert, wäre ein toller Anfang und die Investoren sollten die 5 Millionen als Bußgeld bezahlen an Stadtteilnützliche Projekte.

Macht es nicht mehr Sinn, wenn Investoren,die sowieso bereit sind viel Geld auszugeben, schon vorhandene Bürogebäude benutzbar zu machen und nicht ständig was Neues bauen? Macht es nicht mehr Sinn, wenn PolitikerInnen sich um das Wohl der BürgerInnen beschäftigen und so dafür sorgen, dass alle, die hier angelockt werden von den vielen wirtschaftlichen Nlederlassungen, auch Wohnen können?

Keine Bürobau Genehmigungen bevor 90% der leerstehenden Büros entweder vermietet, verkauft oder umdisponiert sind. Wohnungsbau muss jetzt vorgehen! Bürgerproteste ernst behandlen und Bürgerbeteiligung fördern. Der Bauvorhaben von Wohnungen auf der Zeiseparkplatzmuss durchgeführt werden.

Tine Renngård,
Ottensen

http://mobil.abendblatt.de/hamburg/article13247656...

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http://pro-wohnen-ottensen.de/, http://mobil.abendblatt.de/hamburg/article13210897...

http://mobil.mopo.de/promi-show/fatih-akin---co--p...

http://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Anwohner-wol...

http://mobil.abendblatt.de/hamburg/article13188882...

http://www.abendblatt.de/hamburg/altona/article124...

http://www.zeit.de/2014/35/lobbyismus-portraet-mar...
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