Es ist schwierig nicht empört zu sein

Tine ca 8 Jahre, Nähmaschine von Oma gelient, leider keine Fotos von organizierten Hobbyabenden...
 
Beim Pfadfindern, zusammen Aufgaben beweltigen
Wie Michael Borkowski (Bürgerreportage im Elbe Wochenblatt 20.06.12), kann ich mich gut an meine Kindheit und Jugendjahre erinnern. Er hatte ein Juca in Erinnerung, ich habe mich überall, seit jungen Jahren, von Gemeindekellern bis zu einem Jugendklub im einen Luftschutzbunker in einem Berg, wo es ansprechende Angebote gab, herumgetrieben. Ich habe Glück gehabt dass ich auch noch einen vollen Satz Großeltern hatte, die mir sehr vieles beibringen konnten, und Eltern die mir Slebstvertrauen gab. In diversen Gemeindehäusern wurden nach einem kleinen Gottesdienst Hobbyabende angeboten, dass habe ich auf mich genommen um aktiv zu sein, und Leute und Neues kennen zu lernen. Später war ich tatsächlich Vorsitzende unseres Jugendclubs, im der Berg und nicht in einem Gemeindehaus.

Diese und andere Erfahrungen (unter anderem von den Pfadfindern und dem Norwegischen Roten Kreuz) haben mir so viel Wertvolles gelernt, was die Schule niemals versucht hatte mir beizubringen. Verantwortung, Neugierde, Problemlösung in Gruppen und viel Spaß sind nur die Spitze des Eisberges von dem was ich fürs Leben mitgenommen habe, Selbstvertrauen und ein Verständnis wie Menschliches miteinander funktioniert kamen natürlich dazu.

Es wird auf jeder Ecke versucht zu sparen, gleichzeitig werden die Anforderungen an die Kinder und Jugendliche immer größer. Alles hat seinen Preis. Das ist längst nichts Neues mehr. Der Unverschämtheit von der Verwaltung und der Politik wird deswegen nicht kleiner wenn diese im Ernst daran denken irgend einen Cent für eben Kinder- und Jugendarbeit zu kürzen.

Ich habe in letzter Zeit leider oft von Jugendlichen die ich im Parks und auf Straßen getroffen habe gehört, (und ja, ich habe sie tatsächlich gefragt warum sie da sind,) „ihnen sind langweilig“! Wie können die Langeweile haben da mir Leute (Ihr wisst selber genau wen in der verwalteten Politik/politischen Verwaltung ich anspreche, Ihr habt sogar versucht den alten Trick „Splitt und Herrsch“ auf alte Füchse anzuwenden) in dem gleichen Zeitraum erzählt haben dass es in Ottensen fast eine Übersättigung von Angeboten geben würde? Viele die ich unterwegs traf hatten das Gefühl sie sind den Möglichkeiten hier herausgewachsen und dabei hat keiner davon gesprochen dass er oder sie übersättigt sei.

Dass ich ein Teil der Interessegruppe Stadtteilmühle Ottensen bin ist kaum ein Geheimnis, was vielleicht nicht alle mitgekriegt haben ist, wie ich mich gedenke in einem Stadtteilzentrum einzubringen. Ich würde es gerne möglich machen dass Jugendliche ihre Freizeit selber gestalten können. In Räumen, wo ihre Ideen umgesetzt werden können, wo sie gefragt werden was sie interessiert und jemand wie ein_e Sekretär_In (ich würde es gerne auf mich nehmen, und ich bin eine sehr billige Gratiskraft) dabei hilft es durchzusetzen, wo keine Kosten auf die Nutzer_Innen zu kommen und wo sie selbst diejenigen sind die zum Schluss die Entscheidungen treffen.

Wie sich die Interessegruppe Stadtteilmühle Ottensen dieses, und anderen Projekte die für einen Stadtteilzentrum vorgeschlagen sind, zu finanzieren gedenkt haben wir schon beschrieben (in einer Bürgerreportage hier) und es ist auf unserer Homepage zu lesen. Das gleiche Prinzip gilt auch für eine „Jugend vor Ort“ Gruppe (hoffentlich hat jemanden eine bessere Idee für einen Namen), die Stadt bezahlt die Räume, Strom und trägt bei größeren Anschaffungen die Ganzen oder Teile der Kosten, die Sekretär_In sucht in der Nachbarschaft nach Menschen (falls keine von den Jugendlichen es selbst drauf haben) die die gewünschten Sachen unterrichten können oder dabei helfen können Erwünschtes her zu bekommen, Sach- und Geldspenden werden angenommen (dabei direkt und gezielt eingesetzt) und gesucht so dass geboten wird was Interesse hat, dieses Alles wird auf offenen Treffen besprochen, wo auch die Pläne gemacht werden, von die Benutzer_Innen .

Anscheinend bin ich doch eine Optimistin da ich bereits für die erste Sachspende gesorgt habe; ein Negativvergrößerungsapparat bei Stilbruch für 15 € gebraucht gekauft. Wer gerne wissen möchte was dass für ein Apparat ist und wie es funktioniert; allen denen was fehlt im Viertel, die eine Disco haben möchten und diejenigen Jugendlichen die gerne kostenlos Hobbys ausprobieren möchten, melden sich an der Homepage von der Stadtteilmühle Ottensen oder bei Mail. Auch Ideen und Wünsche sind nötig; ohne wird es kein Ort nach Euren Vorstellungen.

Sparen an den Kindern und Jugendlichen? Welcher Zukunft sollte dass dienen? Wer solche Gedanken hat sollte sich Schämen!


Tine Renngård
(die viel zu jung ist um eigentlich sich empören zu lassen…)

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