Eine Absperrzone mitten in Altona

Nato-Draht
Hamburg: Harkortstraße | Es war schon ein merkwürdiges Gefühl als ich vor dem Sicherheitszaun des alten lehrstehenden Bahnhofsgelände Harkortstraße stand und sah, das nun auch Nato-Draht mit Rasiermesserähnlichen Schneiden, das unerlaubte Eindringen unbefugter Personen verhindern soll. Ich habe mich gefragt, ob ein normaler Stacheldraht und ein Wachdienst nicht auch den gleichen Zweck erfüllt hätten. Von weitem sah ich einen weiteren mit Nato-Draht bestückten Sicherheitszaun, der zusätzlich den Zugang zum Güterbahnhof absperrt. Doppelter Schutz vor Obdachlose, die im strengen Winter dort einen warmen Platz suchen? Oder vor Party feiernden Jugendlichen und Neugierige, die heimlich die einsame Kulisse der alten Hallenanlage erleben wollen, bevor es nicht mehr möglich ist? Um zu sehen ob es nicht doch noch irgendwo versteckte Durchgangsmöglichkeiten gibt, bin ich am Sicherheitszaun entlang gelaufen. Aber keine Chance, es wurde ganze Arbeit geleistet. Egal wo ich nachgesehen habe, es gab kein hineinkommen ohne sich schwerwiegend an den Schneiden vom Nato-Draht zu verletzen. Jede unsichere Lücke wurde geschlossen. Statt Nostalgie, die ich von weitem aus sehen wollte, empfand ich das alte Bahnhofsgelände nun eher als eine Absperrzone mitten in Altona.
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Sabine Leuschner aus Altona | 19.04.2012 | 15:10  
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