„Ein faszinierendes Wohnprojekt“

us gemeinsamen Unternehmungen wird gemeinsames Wohnen: Mitglieder von „BliSS“ bei einem Besuch der Ausstellung „Dialog im Dunkeln“ in der Speicherstadt. Foto: BliSS

BliSS: Blinde und Sehende ziehen gemeinsam in die Neue Mitte Altona

„BliSS“ steht für eine Hamburger Gruppe von Menschen, die sich aus „Blinden, Sehbehinderten und Sehenden“ zusammensetzt. Außerdem ist „bliss“ englisch und bedeutet soviel wie „Glückseligkeit“ oder „grenzenlose Freude". Gruppensprecher Matthias Pusch, pensionierter Polizeibeamter und eines der „sehenden“ Mitglieder, glaubt an ein gutes Omen. „Ich war von Anfang an vom Gedanken des gemeinsamen Wohnens von blinden, sehbehinderten und sehenden Menschen begeistert“, sagt er.
In rund vier Jahren will die Gruppierung eines der Wohnprojekte der neuen Mitte Altona beziehen. Vor Kurzem hat die Hamburger Kommission für Bodenordnung die noch verbliebenen Baugrundstücke in dem Areal vergeben – „BliSS“ war unter den letzten Nutznießern. Ausgewählt wurden Baugemeinschaften, die laut Senatspressestelle „insbesondere den inklusiven Ansatz des Stadtteils mit verschiedenen Konzepten fördern und unterstützen“. Insgesamt sollen auf dem ehemaligen Bahngelände an der Harkortstraße rund 1.600 Wohnungen entstehen, davon sind 20 Prozent für Baugemeinschaften vorgesehen. Geplanter Baubeginn: 2017.
Ein Großteil der Mitglieder von „BliSS“ kennt sich aus einem Verein, in dem Blinde und Nicht-Blinde gemeinsam radfahren.
„Ich finde die Idee eines gemeinschaftlichen Wohnens mit Menschen, die man bereits kennt und schätzt, sehr gut und zukunftsorientiert“, sagt Guido Mayer, gelernter Masseur und Bademeister, der zunächst stark sehbehindert war und vor wenigen Jahren komplett erblindete. In einer Zeit des anonymen Wohnens und einer „Ellenbogengesellschaft“ stelle das Projekt einen starken Kontrast zur allgemeinen Entwicklung dar. Karen Berger, Erzieherin und mit „normaler“ Sehkraft ausgestattet: „Ich finde es spannend und faszinierend zugleich, wenn sich Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Stärken treffen, um miteinander ein Wohnprojekt aufzubauen.“

Nachbarschaftshilfe beim Einkaufen

Ein wichtiger Teil des Projekts ist gegenseitige Nachbarschaftshilfe, etwa beim Einkaufen und bei Arztbesuchen. Auch sonst soll möglichst viel geteilt werden – zum Beispiel Auto(s) oder Gartengeräte. Derzeit besteht die Gemeinschaft aus 15 Personen, das Durchschnittsalter liegt bei 56 Jahren. Bauträger und Partner der Gruppe ist der Altonaer Spar- und Bauverein.
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